Stechmücken

Hund und Katze

Mücken sind weltweit verbreitet, spielen aber vorwiegend in tropischen und subtropischen Gebieten in der Tier- als auch in der Humanmedizin eine wichtige Rolle als Überträger vonKrankheitserregern (Viren, Bakterien, Parasiten).

Stechmücken können Filarien (Herz, Haut) und Leishmanien übertragen.

Ausführliche Informationen zu den entsprechenden Krankheiten stehen auf den Seiten Krankheiten/Hunde und Katzen/Reisekrankheiten.

Mückenarten

Leishmaniose mit chronischen Hautveränderungen und typischer "Brillenbildung"

Dirofilariose (Herz)

Weltweit gibt es etwa 3500 verschiedene Arten von Stechmücken, die gebietsweise auch als „Schnaken“ oder „Gelsen“ bezeichnet werden. Sie gehören zur Klasse der Insekten (6 Beine und 3 Körpersegmente), sind je nach Art 3 bis 6mm lang und zweiflügelig.

Mücken lieben Feuchtigkeit und Wärme und sind daher im europäischen Raum ausschließlich in den Sommermonaten aktiv.
Die Flugzeiten folgen einem Tagesrhythmus, der aber bei den einzelnen Mückenarten unterschiedlich ist. Die meisten sind nachtaktiv, jedoch gibt es auch dämmerungs- und tagaktive Arten.

Für die Tiermedizin relevant ist besonders eine Art:
Der lateinische Namen ist Phlebotomusmücke, aufgrund ihrer nach oben gerichteten Flügel wird sie auch als Schmetterlings- oder Engelsmücke bezeichnet. Es gibt etwa 700 verschiedene Arten weltweit, allein in Europa kennt man 23 Sandmückenarten, die sich bezüglich ihres Verhaltens, ihrer Bevorzugung von verschiedenen Wirtstieren, sowie der Übertragung von Krankheitserregern unterscheiden. Phlebotomus perniciosus ist der Name der Sandmückenart, die als Überträgerin der Leishmaniose in Südeuropa gefürchtet ist.

Phlebotomusmücken gehören mit einer Körperlänge von 1,2 bis 3,7mm zu den kleinsten Stechmücken überhaupt.
Aufgrund ihrer kleinen Größe sind sie sehr windempfindlich und halten sich nicht in Strandnähe sondern eher zwischen den geschützten Häuserzeilen auf. Dies ist auch mit ein Grund, weshalb Sandmücken und damit die Leishmaniose auf dem Festland weiter verbreitet ist, als zum Beispiel auf den kanarischen Inseln.

Durch ihren sandfarbenen Körper sind sie auf der menschlichen Haut perfekt getarnt. Lediglich ihre großen schwarzen Augen sind auffällig.
Phlebotomusmücken sind in den wärmeren Mittelmeerländern beheimatet, werden aber in geringer Anzahl in den Sommermonaten auch immer wieder in Süddeutschland (Rheinland Pfalz, Baden Württemberg) gefunden.
Phlebotomusmücken sind streng nachtaktiv und fliegen im Gegensatz zu vielen anderen Stechmücken, die sich durch hohes Zirpen ankündigen, völlig geräuschlos. Am Tag ziehen sie sich in schattige Feuchtgebiete zurück.
In Südeuropa fliegen sie von April bis Oktober, in tropischen Gebieten, sowie an besonders geschützten Orten Südeuropas auch ganzjährig.

Als weitere „Vektoren“ für Krankheitserreger können insbesondere Anopheles -, Culex -, Aedes – und Mansonia –Mücken eine Rolle spielen. Culex sind u.a. die Überträger der Filarien.

Phlebotomus papatasi (Zeichnung)

Phlebotomus papatasi (Echtbild)

Entwicklungszyklus

Die weibliche Mücke ist der Vampir
Nur die weiblichen Mücken saugen Blut, da sie proteinreiche Nahrung zur Produktion ihrer Eier benötigen. Die männlichen Mücken ernähren sich von Pflanzensäften. Mückenweibchen nehmen während ihres gesamten Lebens mehrere Blutmahlzeiten zu sich und legen nach jedem Saugakt je nach Art bis zu mehreren Hundert Eiern ab.
Die Begattung durch das Mückenmännchen findet je nach Art, während des Fluges, direkt vor oder nach einer Blutmahlzeit oder aber auch auf dem Wirt während der Blutmahlzeit des Weibchens statt.

In tropischen Gebieten erfolgt die Eiablage bereits nach 2-3 Tagen, in gemäßigten Klimazonen 1-2 Wochen nach dem Blutmahl.
Die Eigelege werden – je nach Mückenart – in feuchte Erde, Kompost oder Mauerritzen deponiert, manche legen ihre Eier auch auf die Wasseroberfläche kleiner stehender Gewässer wie Wasser-pfützen oder Regentonnen.
Die Weiterentwicklung verläuft über mehrere Larvenstadien und ein Puppenstadium und dauert je nach Mückenart und Umgebungsbedingungen wenige Tage bis mehrere Wochen.
Larven ernähren sich von Mikroorganismen im Wasser oder von organischem Material in der Erde, Puppen fressen nicht.

Klinik

Stechmücken spiele als direkte Auslöser von Hauterkrankungen in der Kleintiermedizin eine eher untergeordnete Rolle.
Besonders empfindliche Tiere (Atopiker) können allerdigns auch auf den durch den Stich in die Haut inokulierten Speichel von Stechmücken sowie auch von Zecken mit allergischen Hautirritationen reagieren.

Zu den übertragenen Erkrankungen lesen Sie bitte das Kapitel "Reisekrankheiten" unter den Seiten "Krankheiten, Hunde und Katzen".