Schweine im Stall

Die Porcine proliferative Enteritis (= PPE) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, verursacht durch Lawsonia intracellularis, einem Gram-negativen Bakterium der Gattung Lawsonia. Insgesamt werden unter der PPE mehrere Krankheitsbilder zusammengefasst, die eine Entzündung der Darmschleimhaut gemeinsam haben. Die Veränderungen im Bereich der Darmschleimhaut treten etwa 12 – 14 Tage post infectionem auf.

Klinische Symptome und Krankheitsverlauf

Betroffen sind vor allem Schweine im Alter von 6 – 20 Wochen. Erkrankte Tiere zeigen Durchfall mit zum Teil Blutbeimengungen, Freßunlust und Kümmern.

Dem akuten Krankheitsverlauf gehen i. d. R. Streßfaktoren, wie Überbelegung, Umstallen, Zusammenführung neuer Gruppen, Stallklimaschwankungen, Transporte oder Futterumstellungen voraus.

Akute Krankheitsverläufe zeigen zum Teil eine hohe Morbidität und auch Mortalität, wobei sich das Krankheitsgeschehen aufgrund der langen Infektionsphase über mehrere Wochen im Bestand ausbreitet.

Teerartig schmierig und blutiger Kot in schweren Fällen von PPE Quelle: Prof. Dr. Karl Heinritzi, LMU München

Schleimig dünnbreiiger Kot bei PPE Quelle: Prof. Dr. Karl Heinritzi, LMU München

Typischer Durchfallkot - schleimig-dünnbreiig, teils mit Gewebefetzen und übelriechend Quelle: Prof. Dr. Karl Heinritzi, LMU München

Diagnose

Der Erregernachweis kann durch eine bakteriologische Untersuchung, eine PCR oder direkt mittels Serumantikörpernachweis mit Immunfluoreszenz oder ELISA erfolgen.

Typische Ansammlung von Blutkoagula im Lumen des pathologisch veränderten Darmabschnitts Quelle: Prof. Dr. Karl Heinritzi, LMU München

Therapie

Therapeutisch können Antibiotika eingesetzt oder eine Impftherapie mit Lebendvakzinen durchgeführt werden.

Prophylaxe

Zur Vermeidung der Erregerverbreitung erscheinen Prophylaxemaßnahmen sinnvoll, die darauf abzielen sollten, die Übertragungswege zu unterbrechen und Streßfaktoren zu vermeiden. Dazu zählt die Trennung der einzelnen Buchten untereinander, das Aufstellen von Desinfektionswannen vor den einzelnen Buchten, ein konsequentes Rein-Raus-Management mit effizienter Desinfektion vor Neubelegung, sowie ein angepasstes Klimamanagement und die Vermeidung von Überbelegung, Umgruppierungen und Futterwechsel.