Salmonellose

Rinder auf der Weide

Auslöser der Salmonellose beim Rind sind i. d. R. Salmonella dublin und Salmonella typhimurium. Es finden sich aber auch immer wieder exotische Serotypen, was mit der Verfütterung von importierten Futtermitteln zusammenhängen dürfte. Die verschiedenen Serovare von Salmonella gehören zur Familie der Enterobacteriaceae, wobei die Klassifizierung der Erreger kompliziert ist, da derzeit rund 2400 verschiedene Serovare beschrieben sind. Salmonellen sind empfindlich gegenüber Trockenheit und Sonnenlicht, können aber bei optimalen Bedingungen in der freien Natur bis zu 9 Monate infektionsfähig bleiben. Sie sind weitgehend an eine Wirtsspezies adaptiert und lösen bei infizierten Tieren schwere Krankheitsverläufe aus.

Infektionsweg

Die Einschleppung von Salmonellen in einen Betrieb geschieht über Zukauf von klinisch unauffälligen Trägertieren oder über infiziertes Futter oder Wasser. Es ist jedoch auch eine Erregerübertragung durch Menschen, Vögel, insbesondere Möwen, überschwemmtes Weideland und infizierte Nematodenlarven möglich.

Risikogruppen

Die Salmonellose betrifft Rinder jeden Alters, wobei überwiegend Kälber und Kühe zum Zeitpunkt des Abkalbens gefährdet sind. Ob nach einer Erregeraufnahme eine klinisch manifeste Salmonellose ausbricht, ist abhängig von der Invasivität und Toxinbildung der Erreger und von der Resistenz- und der Immunitätslage des Wirtsorganismus.

Pathogenese

Bei entsprechender Pathogenität besiedeln die Erreger nach oraler Aufnahme zunächst die Mesenteriallymphknoten, dann Leber, Gallenblase und Milz und können schließlich auf den großen Kreislauf übergreifen, sodass es zur Septikämie kommt. Bei optimalen Bedingungen läuft dieser Prozess sehr rasch ab und die Sepsis kann schnell zum Tod führen. Überleben Tiere die Sepsis, kommt es zur akuten Enterocolitis mit z. T. hochgradiger Zerstörung der gastrointestinalen Barriere und damit zum Auftreten von Sekundärinfektionen.

Klinische Verlaufsformen

Insgesamt können vier Verlaufsformen unterschieden werden: Die akute Septikämie, die akute Enterocolitis, die chronische Enterocolitis und die klinisch inapparente Ausscheidung. Eine akute Septikämie tritt oft bei Kälbern in der 2. bis 6. Lebenswoche und bei immunsuppressiven Rindern auf. Die akute Enterocolitis ist typischerweise bei erwachsenen Rindern anzutreffen und führt klinisch zu Fieber, starkem Durchfall, Tenesmus und mitunter zu regelrechten Darmausgüssen aus Fibrin und/oder Schleimhautablösungen. Ohne Behandlung sterben bis zu 75 % der erkrankten Rinder. Überleben die Tiere, schließt sich die chronische Enterocolitis mit intermittierenden oder andauernden Durchfällen und Abmagerung an, z. T. mit chronischer Pneumonie und/oder Polyarthritis.

Erregerausscheidung

Bei der klinisch inapparenten Ausscheidung sind aktive Träger mit konstanter oder intermittierender Erregerausscheidung mit dem Kot von latenten Trägern ohne Erregerausscheidung und passiven Trägern mit ständiger Erregeraufnahme und Erregerausscheidung ohne Eigeninvasion zu unterscheiden.

Anzeigepflicht

Die Salmonellose des Rindes ist anzeigepflichtig, ebenso der klinische Verdacht. Die Verdachtsdiagnose muss durch eine bakteriologische Untersuchung gesichert werden, wobei zur Bestandssicherung zusätzlich serologische Untersuchungen durchgeführt werden können. Aufgrund der weiten Verbreitung von Salmonellen und des breiten Spektrums der klinischen Verlaufsformen gibt allerdings auch der Nachweis von Salmonellen aus erkrankten Tieren keine absolute Gewissheit, dass eine Salmonellose vorliegt.

Rechtliche Grundlagen

Die Rindersalmonellose tritt zumeist als Einzeltiererkrankung auf, jedoch ist i. d. R. der gesamte Bestand infiziert. Die „Verordnung zum Schutz gegen die Salmonellose der Rinder“ definiert hierzu, dass eine Salmonellose dann vorliegt, wenn im Abstand von 8 – 15 Tagen Kotproben entnommen und bakteriologisch untersucht wurden und mindestens drei dieser Proben positiv ausfallen.

Wird bei einem Rind eine Salmonellose oder der Verdacht auf eine Salmonellose festgestellt, so ordnet die zuständige Behörde die Untersuchung aller Rinder des Bestandes an.

Eine Therapie mit Antibiotika ist möglich, jedoch bleiben die behandelten Tiere i. d. R. Ausscheider. Die Indikation für die Anwendung von Antibiotika wird unterschiedlich beurteilt. Ein früher Antibiotikaeinsatz führt meist zu rascher Besserung und klinischer Heilung. Tiere, die klinisch kein Fieber zeigen genesen oft auch ohne den Einsatz von Antibiotika.

Behandlungsempfehlung

Wird eine Antibiotikatherapie angestrebt, sollte in jedem Fall vorher ein Antibiogramm angefertigt werden.

Außer einer Antibiotikatherapie sollte unbedingt auch symptomatisch mit Flüssigkeitsersatz und Azidosebekämpfung behandelt werden.

Catosal zu Stärkung der immunabwehr peripartal
Glutellac zu Rehydratation Kalb

Prophylaxe:

Zusätzlich kann prophylaktisch eine passive Immunisierung der Kälber nach Muttertierimpfung oder eine aktive Immunisierung durch parenterale oder orale Vakzinierung durchgeführt werden. Es stehen dazu sowohl Lebendimpfstoffe als auch inaktivierte Impfstoffe zur Verfügung. Jedoch können Ausscheider durch Impfung nicht geheilt werden. Prophylaktisch wichtig ist natürlich auch die Stallhygiene, wobei hier insbesondere auf Trockenheit zu achten ist. Zusätzlich ist eine systematische Endoparasitenbekämpfung empfehlenswert.