Reisekrankheiten

Hund un dKatze

Reisekrankheiten - einheimische, durch stechende Blutsauger übertragene Krankheiten: Ist der Begriff „Reisekrankheit“ überhaupt noch aktuell? Gibt es überhaupt noch Unterschiede?!
Ja, die gibt es noch.
Erkrankungen wie Ehrlichiose, Hepatozoonose und Herzwurminfektionen gelten nach wie vor als reine „Reisekrankheiten“.
Die Babesiose dagegen wird seit einigen Jahren regelmäßig in Deutschland bei Hunden diagnostiziert, die nie im Ausland waren. Auch wenige einheimische, sogenannte „autochthone“ Infektionen mit Leishmania und Hautfilarien sind bereits dokumentiert.

Eng gekoppelt ist die Ausbreitung dieser Erkrankungen mit dem Vordringen ihrer speziellen Überträger (auch Vektoren genannt): Blutsauger wie Zecken und Mücken. Und dafür gibt es verschiedene Ursachen:

  • Klimawandel und die Schaffung von Feuchtgebieten durch Renaturierungsmaßnahmen erweitern den Lebensraum von Parasiten.
  • Die Parasiten selbst sind zum Teil äußerst anpassungsfähig und stellen sich auf veränderte Umgebungsbedingungen ein.
  • Weite Wegstrecken legen sie mitunter sehr bequem zurück: Entweder „huckepack“ auf einem reisebegleitenden Hund, oder beim Transport von alten Autoreifen, in denen sie mitunter ideale Brutbedingungen vorfinden, oder sogar in Radkästen und anderen geschützten Nischen von Flugzeugen.

Also freier Grenzverkehr auch für bis dahin nicht heimische Zecken und Mücken!

In den kommenden Jahren muss mit einer zunehmenden Ausbreitung sowohl der Überträgerparasiten (daher auch als „Vektoren“ bezeichnet), als auch dementsprechend der Erkrankungen gerechnet werden und demzufolge mit einer ständigen Veränderung der aktuellen Situation.

Aus diesem Grund wird der Begriff „Reisekrankheiten“ mehr und mehr durch Bezeichnungen wie CVBD`s (Canine Vector-Borne Diseases), Vektorkrankheiten, Blutparasitosen oder Emerging Diseases ersetzt.