Parasitäre Infektionen

Parasitäre Infektionen

Am bedeutsamsten sind Hauterkrankungen, die durch Ektoparasiten ausgelöst werden.
Ekto- oder Außenparasiten leben auf anderen Organismen. Sie dringen nur mit den der Versorgung dienenden Organen in Ihren Wirtsorganismus ein und ernähren sich von Hautsubstanzen oder nehmen Blut oder Gewebeflüssigkeit auf.

Querschnitt durch die Haut mit versch. Erregern

Ektoparasiten sind häufig auch Krankheitsüberträger von Infektionserkrankungen wie z.B. Hunde-Malaria oder Lyme-Borreliose (S. Kapitel Reisekrankheiten).

Man unterscheidet bei den Ektoparasitenn zwei Klassen:

  • die Spinnentiere (Akarida) mit je 8 Extremitäten - z.B. Zecken und Milben
  • die Insekten (Arthropoda) mit je 6 Extremitäten - z.B. Läuse und Flöhe 

Hauterkrankungen durch Endoparasiten (Helminthen), ausgelöst durch wandernde Larven, spielen eine untergeordnete Rolle.

Zecken

Der durch den Zeckenbiss verursachte Schaden ist unterschiedlich. Bei empfindlichen Tieren (Atopikern) können durch den Zeckenbiss bzw. Zeckenspeichel allergische Hautveränderungen auftreten.

Bedeutsamer ist, dass Zecken Vektoren von lebensgefährlichen Krankheitserregern sind:

  • Ixodes ricinus (Holzbock): Anaplasmen, FSME-Viren
  • Dermacentor reticularis (Auwaldzecke): Babesien
  • Rhipicephalus sanguineus (Braune Hundezecke): Babesien, Ehrlichien, Hepatozoon

Mehr Information zu den entsprechenden Infektionskrankheiten sind im Kapitel "Reisekrankheiten" aufgeführt.

Zecken entwickeln sich vom Ei über Larven- (6 Beine) und Nymphenstadium (8 Beine) zur geschlechtsreifen Adultzecke (8 Beine). Nur im Adultstadium lassen sich männliche und weibliche Zecken unterscheiden.

Zeckenbefall beim Hund

Zeckenbefall beim Hund

Zeckenarten

In Deutschland treten drei bekannte Zeckenarten auf:

Gemeiner Holzbock (Weibchen links, Männchen rechts
Holzbock, Ixodes ricinus:

Er ist in ganz Deutschland verbreitet, im Gebirge bis auf eine Höhe von etwa 1000 Metern und bevorzugt Waldgebiete mit dichtem Unterholz. In Europa ist er zwischen dem 40. und 65. Breitengrad zu Hause. Holzböcke treten in verschiedenen Farbvarianten von rötlich-braun bis steingrau auf. Nüchterne Weibchen sind 3-4mm lang, nach dem Blutmahl 11mm. Holzböcke sind Überträger der Borreliose, der Anaplasmose und der FSME (Frühsommer–Meningo-Enzephalitis). In Deutschland werden Hunde, Katzen und auch der Mensch befallen.

Auwaldzecke
Auwaldzecken, Dermacentor reticulatus:

Diese Zecken werden seit etwa 100 Jahren regelmäßig in Deutsch-land nachgewiesen, bis vor wenigen Jahren allerdings nur mosaikartig verbreitet in Feuchtge-bieten entlang der Donau, des Rheins und der Elbe. In den letzten Jahren ist es zu einer explosionsartigen Vermehrung dieser Zeckenart gekommen und zu einer weiteren Verbreitung. Dies ist für die Kleintierpraxis von besonderer Bedeutung, da die Auwaldzecke Babesien übertragen kann, den Erreger der Hundebabesiose (umgangssprachlich auch als „Hundemalaria“ bezeichnet), eine Erkrankung, die man bis dato noch als „Reisekrankheit“ bezeichnet hat. Vorkommensgebiete, so genannte Endemiegebiete, für diese Zeckenart sind außerdem Frankreich, England, Spanien, Schweiz, Belgien und Osteuropa.
Dermacentorzecken sind etwas größer als Holzböcke (nüchtern 5mm, nach dem Blutmahl 15mm).

Braune Hundezecke
Braune Hundezecke, Rhipicephalus sanguineus:

Diese Zeckenart kommt südlich der Alpen vor und wird von da durch reisebegleitende Hunde als unliebsames „Reisemitbringsel“ oder von Importhunden aus Südeuropa nach Deutschland eingeschleppt. Unterschiedlich zu Auwaldzecken und Holzböcken, die sich ausschließlich im Freien entwickeln können, kann die braune Hundezecke gut in beheizten Räumen (besonders unter Fenster- und Türfüllungen, in Gardinen und in Möbeln), Zwingern und Stallungen heimisch werden, was eine Umgebungsbehandlung bei Befall mit dieser Zeckenart erforderlich macht. Da sie in Nordeuropa im Freien nicht überwintern kann, gibt es in Deutschland noch keine Naturherde. Ein weiterer Unterschied zu Auwaldzecken und Holzböcken, die ein breites Wirtsspektrum aufweisen, ist das wirtsspezifische Verhalten: die braune Hundezecke befällt nur Hunde, ganz selten mal den Menschen. Rhipicephalus sanguineus hat einen längsovalen rot- bis dunkelbraunen Körper mit gelbbraunen Beinen. Die braune Hundezecke ist potentieller Vektor für Ehrlichien, Hepatozoen und Babesia canis vogeli, einer weniger gefährlichen Babesienart des Hundes.

Zecken Nahaufnahme (noch nicht festsitzend)

Befall des Wirtes

Zecken sind je nach Art ganz blind, oder sie verfügen über reduzierte Augengruben mit Photorezeptoren, die Hell – Dunkel – Reize em-pfangen und auf Schatten reagieren können. Wesentlich empfind-licher ist ein Sinnesorgan beiderseits im Bereich des ersten Glied-maßenpaares, das „Haller´sche Organ“, ein multipotenter Chemo-rezeptor. Besonders Gerüche wie Kohlendioxid (in der Atemluft von Wirten), Ammoniak (Harngeruch von Wirten), Butter- und Milchsäure (Körpergeruch, Schweißgeruch von Wirten) werden durch dieses Sinnesorgan wahrgenommen und lösen Erregungen und Aktivitäten bei den Zecken aus. Auch Erschütterungsreize, Vibrationen und Körperwärme werden registriert.
Bei der braunen Hundezecke konnten Reaktionen auf Hundegebell nachgewiesen werden: die Zecken setzten sich in Richtung des Geräusches in Bewegung!

Ihr Verhalten bei der Wirtssuche ist unterschiedlich.

  • Holzböcke gehören zu den heimtückischen „passiven“ Zecken mit der „Hinterhaltstrategie: In Lauerposition warten sie auf vorbei-kommende Wirte. Dabei klammern sie sich mit den hinteren Gliedmaßen an Gräsern, Ästen oder Gestrüpp fest. Das vordere Gliedmaßenpaar wird wie zwei kleine Radarantennen nach vorne auf der Suche eines nahenden Wirtes abgespreizt. Holzböcke sind gute Kletterer. Je nach Entwicklungsstadium klettern sie bis in eine Höhe von 1,5 Meter hoch. Kommt ein geeigneter Wirt vorbei, krallen sie sich an seiner Körperoberfläche fest und lassen sich abstreifen. Ohne Blutaufnahme können Zecken in diesem Stadium bis zu 1,5 Jahre überleben.
  • Ganz anders ist die Strategie von Auwaldzecken und braunen Hundezecken. Sie sind dieaktiven Jäger unter den Zecken. Sie registrieren die oben beschriebenen Reize schon auf eine Entfernung von mehreren Metern und laufen dann aktiv mit einer beachtlichen Geschwindigkeit von 1m pro Minute auf ihr (häufig schlafendes!) Opfer zu.

Auf dem Wirt kriechen die Zecken teilweise stundenlang umher, um eine geeignete Stelle für die Blutaufnahme zu finden. Dabei tasten sie die Körperoberfläche mit fußartigen Tastorganen, den so genannten „Pedipalpen“ ab. Bevorzugt suchen sie möglichst wenig behaarte, dünnhäutige, ge-schützte, etwas feuchte Stellen, wie Achselbereich und Leistengegend auf.

Zeckenbefall beim Hund

Saugakt/Klinik

Hat die Zecke ihr Ziel erreicht, beginnt sie damit, ihren mit Widerhaken versehenen Saugrüssel mit Hilfe so genannter „Cheliceren“ in die Haut des Wirtes einzuschneiden. Dieser Vorgang dauert mehrere Minuten, ist aber für den Wirt völlig schmerzfrei, da ihr Speichel lokal betäubende Substanzen enthält. Durch eine Kittsubstanz, dem „Zeckenzement“wird der Saugrüssel zusätzlich in dem umgebenden Gewebe verankert. Diese regelrecht „einge-dübelte“ Zecke lässt sich nicht einfach so abschütteln!

Entzündungshemmende und blutgerinnungshemmende Substanzen im Zeckenspeichel ermöglichen der Zecke auch in den folgenden Tagen die ungestörte Blutaufnahme.
Zecken saugen nicht permanent. Kurzfristig wird der Saugakt immer wieder unterbrochen durch eine Art „Rülpsen, wobei Speichel, Mageninhalt und gegebenenfalls Krankheiterreger (!) in den Wirt gelangen.

Wenn man sich das "Mundwerkzeug" der Zecken anschaut, kann man nachvollziehen, dass ein Zeckenbiss deutliche Hautschäden hinterlässt. Abgesehen von den Rötungen und Läsionen können bei empfindlichen Tieren (Atopikern) durch den Zeckenbiss bzw. Zeckenspeichel allergische Hautveränderungen auftreten.

Milben

Mit Ausnahme der Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis) leben Milben stationär auf den Wirtstieren Hund und Katze.
Dadurch lassen sich Hautgeschabsel durchführen, um darin Eier, Larven, Nymphen und Adulte nachzuweisen. So ist insbesondere – bei der Demodikose – eine Aussage über den Therapieverlauf möglich.

Die für Kleintiere relevanten Milbenarten sind ebenso wie ihre Lokalisation und Krankheitssymptomatik sehr unterschiedlich.

  • Sarcoptes scabiei - Kopf, Gliedmaße, ventraler Körper
  • Demodex canis - gesamter Körperbereich
  • Otodestes cynotis - Ohr
  • Neotrombicula autumnalis - Kopf, Pfoten
  • Cheyletiella yasguri - hinterer Rücken
  • Notoedres cati - Kopf
Sarcoptes scabiei var. canis

Sarkoptesmilben

Die Sarkoptes-Räude des Hundes wird durch Sarcoptes scabiei var. canis hervorgerufen, die in den oberen Hautschichten parasitiert.

Entwicklung: Der gesamte Entwicklungszyklus dauert ca. 3 Wochen und zeigt drei Entwicklungsstufen (Eier, Larve, Nymphe). Alle Stadien leben auf bzw. in der Haut des Wirtes. 

Vorkommen; Sie ist eine spezifische Milbe des Hundes, wobei auch Infestationen beim Fuchs und auch bei der Katze beschrieben worden sind. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Hunden (oder Füchsen), die bereits an Sarkoptes-Räude leiden.

Klinik: Massiver Juckreiz ist typisch für Sarkoptes-Räude. Die Hautveränderungen beginnen am Kopf- und Gliedmaßenbereich und breiten sich vorzugsweise über die ventralen Körperpartien aus. Alopezie, Schuppen, Pusteln, Hyperkeratosen und sekundäre Infektionen sind klassische dermale Anzeichen der Sarkoptes-Räude. Diese hat ein hohes zoonotisches Potential.

Diagnose: Durch den Nachweis von Milben, Eiern oder Kot im Geschabsel wird die Diagnose bestätigt. Da die Zahl der Milben eher klein ist, kann ein Geschabsel negativ ausfallen. Es gibt auch ein ELISA für den spezifischen Nachweis von Sarkoptes-Antigen.

Sarkoptesräude (Schematische Darstellung)

Generalisierte Sarkoptesräude (Hund)

Demodex canis

Demodexmilben

Demodex spp. Milben sind (in geringer Anzahl) Kommensalen und leben und vermehren sich in den Haarfollikeln und Talgdrüsen.

Vorkommen: In Verbindung mit Endoparasitenbefall, schlechter Ernährung, Therapien mit immunsupprimierenden Medikamenten oder vorübergehendem Stress (Trächtigkeit, Operation) kann es zu einer massiven Vermehrung der Milben (in extremen Fällen mehrere Tausend Milben / cm² Hautoberfläche) und damit zum Krankheitsbild der Demodikose kommen, die auch als „sekundäre Parasitose“ bezeichnet wird.

Klinik
: Während die lokale Form der Demodikose, bei der nur wenige haarlose Hautbezirke auftreten und die bei Jungtieren bis zu einem Jahr beobachtet wird, meist spontan abheilt, gilt die generalisierte Form der Demodikose als schwere Hauterkrankung mit vorsichtiger Prognose. Großflächige Körperregionen zeigen weit reichende Läsionen. Sekundärinfektionen in Form von tiefen Pyodermien komplizieren den Krankheitsverlauf und erfordern zur akariziden Therapie eine zusätzliche antibiotische Versorgung. Zu erwähnen ist die Pododemodikose als gesonderte Form und die Otodemodikose.

Entwicklung
: Demodexmilben verhalten sich streng wirtsspezifisch. Die Übertragung erfolgt in den ersten 3 Lebenstagen vom Muttertier auf den Welpen durch den Körperkontakt beim Saugen, so dass insbesondere das Gesicht und die Vorderextremitäten betroffen sind. Das zoonotische Potential ist sehr gering.

Diagnose
: Die Diagnose wird mit einem tiefen Hautgeschabsel gestellt.

Canine generalisierte Demodikose (Hund)

Otodectes cynotis

Ohrmilben

Die Orhmilbe (Otodectis cynotis), ist eine Saugmilbe, hat charakteristisch lange Extremitäten und besiedelt bei Carnivoren (Hund, Katze, Frettchen) vorwiegend den äußeren Gehörgang.

Entwicklung
: Die Zyklusdauer beträgt 3 Wochen und findet komplett im äußeren Gehörgang statt. Nach Ablage der Eier schlüpfen die Larven, die sich über Nymphenstadien zu adulten Milben entwickeln. Alle Entwicklungsstufen der Milben parasitieren permanent. Sie ernähren sich von Detritus und den oberflächlichen Gewebsflüssigkeiten des Wirtes. Dadurch wird das Gehörgangsepithel gereizt, und es kommt zu einer Sensibilisierung gegen die Milbenantigene.

Klinik
: Als Ergebnis der Besiedlung des Gehörgangs mit den Milben bildet sich braun-schwarzes, wachsartiges oder krustiges Zerumen. Starker Juckreiz und das Kratzen führen zu sekundärer Alopezie und Exkoriationen an Ohren und Kopf. In seltenen Fällen können Otodectes spp. Areale der Haut außerhalb des Gehörganges besiedeln, wie z.B. die Haut rund um das Ohr oder des Rückens.

Vorkommen
: Die Übertragung der Ohrmilbe erfolgt durch direkten Kontakt mit Trägern; sie wird häufig bei Hunde- und Katzenwelpen angetroffen.

Diagnose
: Klinik, Othoskop

Ohrräude (Schematische Darstellung)

Otitis externa parasitaria Katze

Neotrombicula autumnalis

Herbstgrasmilben

Die Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis) ist ein stecknadelkopfgroßer Parasit. Im Hautgeschabsel läßt sich die Milbe relativ einfach mikroskopisch nachweisen.

Entwicklung
: Als adultes Tier ernährt sich die Herbstgrasmilbe von Pflanzenmaterialien, aber die sechsbeinige Larve parasitiert und ernährt sich von Blut und Zelldetritus. Nymphen und Adulte leben als Saprophyten im Erdreich.

Klinik
: Die Larve befällt jene Körperregionen, die den größten Bodenkontakt haben (Zehen, Kopf, Ohren, Abdomen).  Der Biss der Herbstgrasmilbe löst Irritationen und lang andauernder Juckreiz aus, und es entstehen Papeln und Krusten. Der Juckreiz bleibt noch einige Tage nachdem die Larven abgefallen sind bestehen, so dass der Verdacht auf einen Überempfindlichkeitsreaktion entsteht. Durch Kratzen an den betroffenen Hautstellen kann es zu sekundärer Schuppen- und Krustenbildung, Exkoriationen und Alopezie kommen.

Vorkommen
: Die Larve der Herbstgrasmilbe befällt nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Kleinsäuger, Vögel und Menschen und führt in endemischen Gebieten im Spätsommer und Herbst zur Trombikulose („Erntekrätze“).

Diagnose
: Klinik

Canine Trombkulose (Nase)

Cheyletiella

Cheyletiellen

Cheyletiella yasguri beim Hund und Cheyletiella blakei bei der Katze können ebenfalls zu akuten Dermatiden führen. 

Vorkommen
: Die Infektion erfolgt entweder durch direkten Kontakt von Tier zu Tier oder aus der kontaminierten Umgebung. 

Entwicklung
: Abseits des Wirtes überleben die Raubmilben bis zu 21 Tagen. Cheyletiellen sind nicht wirtsspezifisch und leben im Fell des Tieres. Sie sind nur dann an der Haut zu finden, wenn sie zur Nahrungsaufnahme Gewebsflüssigkeiten aufnehmen.  

Klinik
Dies führt zu Epidermisschäden mit Juckreiz. Die Bildung von weißen, trockenen Schuppen – vor allem im Bereich der sorsalen Mittellinie am Rücken – sind typisch für das Vorliegen einer Cheyletiellose. Auch der Mensch kann befallen werden. Kleine, stark juckende Papeln meist an den Unterarmen und am Abdomen sind die klassischen Symptome. 

Diagnose
: Die Diagnose erfolgt nach der mikroskopischen Untersuchung von Proben aus Hautgeschabseln, oder man gewinnt die Schuppen mit Hilfe der Tesafilmtechnik und untersucht sie unter dem Mikroskop. Auch kann ein Flohkamm zur Probengewinnung nützlich sein. Im Anschluß daran wird die probe mit Flotationsmitteln angereichert, wie sie auch für die Kotuntersuchung verwendet werden.

Notoedres cati

Notoedresmilbe

Notoedres cati, ebenfalls ein Zoonoseerreger, befällt vorzugsweise den Kopfbereich von Feliden und ist Verursacher der Notoedres-Räude (feline Skabies). 

Vorkommen
: Die Kopfräude ist hoch kontagiös und wird über direkten Kontakt übertragen. In Südeuropa sind viele streunende Katzen damit infiziert. 

Klinik
: Es werden Krusten, Schuppen und – bedingt durch Juckreiz – auch selbstinduzierte Traumata gefunden. 

Diagnose
: Die Diagnose erfolgt durch den Milbennachweis im Hautgeschabsel.

Läuse und Haarlinge

Pedikulose

Als Pedikulose bezeichnet man den Befall mit Läusen und Haarlingen. Diese Ektoparasiten sind bei Hund Katze aber recht ungewöhnlich und betroffen sind eher junge oder geschwächte Tiere aus mangelhaften hygienischen Haltungen.

Ätiologie

Als Erreger kommen beim Hund Linognathus setosus (Hundelaus) und Trichodectes canis (Hundehaarling) vor, bei der Katze nur der Haarling Felicola subrostratus mit seinem charakteristischen spitz zulaufenden Kopf.

Haarling (Trichodectes canis)

Laus (Linognathus setosus)

 

Vorkommen

Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt von Tier zu Tier.
Läuse und Haarlinge sind obligate, wirtsspezifische Parasiten. Das bedeutet, dass der gesamte Entwicklungszyklus vom Ei (Nisse) über das Larven- und Nymphenstadium bis zum adulten Parasiten auf dem Wirt stattfindet. Fern vom Wirt überleben Laus und Haarling nur wenige Tage.
Die Zyklusdauer beträgt zwei bis drei Wochen.

Pedikulose (Darstellung per Videoskopie)

Klinik

Läuse saugen Blut, wohingegen sich die Haarlinge vornehmlich von oberflächlichem Epithel ernähren. Beides führt zu starker Beunruhigung der Tier und Juckreiz. Das Fell erscheint glanzlos und ungepflegt mit mattenartig verklebten Bereichen; Speichel und Kot der Parasiten können zu allergischen Hautreaktionen führen.

Felicola subrostratus (Katzenhaarling)

Diagnose

Zur Diagnose wird ein Klebestreifenabklatsch durchgeführt und mikroskopisch auf adulte Läuse oder Haarlinge oder Nissen untersucht.

Flöhe

Allergische Flohdermatitis

Die allergische Flohdermatitis ist die häufigste Hautallergie in der Kleintierpraxis.

Erreger

Flöhe verhalten sich im Gegensatz zu Läusen und Haarlingen nicht wirtsspezifisch.
Zu mehr als 70 % ist bei Hunden und Katzen der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) vertreten.
Weiterhin findet man den
- Hundefloh (Ctenocephalides canis)
- Hühnerfloh (Ceratophyllus gallinae) und
- Igelfloh (Archaeopsylla erinacei).
Bei Säugetieren und Vögeln parasitieren mehr als 2.000 Arten von Flöhen.

Ctenocephalides canis (Hundefloh)

Ctenocephalides felis (Katzenfloh)

 

Entstehen der FAD

Erwachsene Flöhe beißen in die Haut, um Blut zu saugen. Durch den Biss wird die Haut verletzt. Der Speichel des Flohs enthält zusätzlich allergene Substanzen, die in der Haut des Wirtstieres eine Entzündung und eine allergische Reaktion hervorrufen. Deshalb führt ein Flohbiss zu stark juckenden Hautveränderungen.
Das Ausmaß hängt von der individuellen Reaktion des Körpers auf die Reizung ab.

Klinik

Einige Tiere entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Flohspeichels (Typ 1-Reaktion, Allergie vom Soforttyp): FAD, Flea Allergic Dermatitis.
Bei der FAD reicht dann ein einzelner Floh aus, um juckende Hautveränderungen mit großflächigen haarlosen Stellen vor allem an Rücken, Unterbauch und Rückseite der Hintergliedmaßen zu verursachen.
Bei Katzen gilt FAD als häufigster Auslöser der miliaren Dermatitis.

Durch Kratzen und Beknabbern der betroffenen Stellen kommt es zu Haar- und Hautschäden und bakteriellen Sekundärinfektionen. Alopezie, Hyperkeratosen und Hyperpigmentierungen kennzeichnen den chronischen Verlauf.

FAD Beispiel Rücken

FAD Beispiel Rücken

FAD Beispiel Rücken

 

Diagnose

5 einfache Schritte

  • Fell / Haarkleid regelmäßig kontrollieren
  • Flöhe im Fell entdecken (Flohkamm, Daumenmethode)
  • Flohkot feststellen (schwarze Krümel im Fell und Körbchen)
  • dunklen Flohkot auf ein feuchtes, weißes Filterpapier geben. Bildet sich um die Partikel ein roter Rand (Nachweis des unverdauten Blutes) handelt es sich sicher um Flohkot.
  • weiße Floheier auf dunkler Unterlage erkennen

Flohbefall und Flohkot

Flohkot (schwarz) und Floheier (weiß)

 

Stechmücken

Stechmücken spielen als direkte Auslöser von Hauterkrankungen eine eher untergeordnete Rolle.

Um so größer ist ihre Vektorrelevanz

  • Phlebotomus-Mücken als Überträger von Leishmania infantum,
  • Culex und andere Stechmücken als Überträger von Filarien (Dirofilaria immitis, Dirofilaria repens).

Mehr Information zu den genannten Infektionskrankheiten sind im Kapitel "Reisekrankheiten" aufgeführt.

Besonders empfindliche Tiere (Atopiker) können auch auf den durch den Stich in die Haut inokulierten Speichel von Stechmücken mit allergischen Hautirritationen reagieren.

Phlebotomus papatasi

 

Stallfliegen

Stomoxys calcitrans

Ätiologie

Die Stallfliege, Stomoxys calcitrans, auch als „Gemeiner Wadenstecher“ bezeichnet, ist eine blutsaugende Fliege, die besonders den Haltern von Schlittenhunden bekannt ist. In den Sommermonaten zeigen bis zu 30% der Schlittenhunde krustige Ekzeme der Ohrspitzen, die durch Stiche dieser Fliegen verursacht werden.

Vorkommen

Stomoxys calcitrans kommt vor allem in den Stallungen vor. Daher sind insbesondere Hunde in ländlichen Gebieten, die überwiegend im Freien gehalten werden (Zwingerhaltung), gefährdet.

Canine Fliegenstichdermatitis am Ohr (Quelle

Klinik

Stallfliegen attackieren generell das Gesicht und insbesondere die Ohren der Hunde: bei Hunderassen mit Stehohren ist vor allem die Ohrspitze befallen, bei Hunden mit Kipp- oder Hängeohren ist besonders der Bereich der Ohrfalte betroffen.

Die Läsionen entstehen durch den Stich und manifestieren sich in Form von Erythem und blutigen Krusten auf den Ohrspitzen oder dem gesamten dorsalen Bereich der Ohrmuschel.

Helminthen

Hauterkrankungen durch Helminthen

Lebenszyklus Ancylostoma tubaeforme

Hakenwurmdermatitis

Hakenwurmlarven können sich aktiv durch die Haut eines Tieres z.B. am Ballen oder Unterbauch bohren, um dann über die Lunge in den Darm zu wandern.
Die Reizung der Haut führt zu lokalen Entzündungen und Hautveränderungen bis hin zu ausgedehnten Dermatitiden.

Ursache: In den gemäßigten Breiten ist Uncinaria stenocephala für die Erkrankung verantwortlich, in den Tropen Ancylostoma tubaeformae (Katze) bzw. Ancylostoma caninum (Hund).

Vorkommen: Die Erkrankung ist bei Hunden recht selten; die höchste Inzidenz wurde bei Hunden beobachtet, die auf kontaminierten Böden, wie z.B. feuchten Zwingerböden, gehalten oder trainiert werden.

Klinik: Es werden papulöse Eruptionen mit leichtem Juckreiz an all jenen Hautstellen festgestellt, die ständigen Kontakt zum Erdboden hatten. Die Pfoten sind meist geschwollen, schmerzhaft und vermehrt warm.

Therapie

Therapie parasitärer Hautinfektionen

Wer ein Haustier besitzt, das auch nach draußen darf und Kontakt zu Artgenossen hat, kommt am Thema Parasiten und Parasitenbekämpfung nicht vorbei.

Doch mit geeigneter Vorbeugung lassen sich die meisten durch Parasiten drohenden Unannehmlichkeiten und Gefahren beherrschen. Neben Vorsichtsmaßnahmen im Alltag sind Parasitenmittel zur Prophylaxe und eine regelmäßige Entwurmung die tragenden Säulen des Parasitenschutzes.

Kommt es dennoch zu einem Parasitenbefall, ist der Gang zum Tierarzt angeraten. Dort wird der Schädling sicher identifiziert und die richtige Behandlung eingeleitet.

Spinnentiere:

Zecken

Haustiere sollten gründlich und regelmäßig auf Zecken untersucht werden. Entdeckt man einen Blutsauger, sollte er möglichst schnell und komplett entfernt werden. Dazu wird mit einer spitzen Pipette oder einer speziellen Zeckenzange der Kopf des Insekts gepackt und in einer schnellen Bewegung herausgezogen. Dabei sollte der Zeckenkörper nicht gequetscht werden, um zu verhindern, dass infizierter Zeckeninhalt in die Wunde gelangt.

Bleibt der Kopf nach der Entfernung in der Haut des Tieres zurück, sollten Kopf und Wunde desinfiziert werden, um das Risiko einer bakteriellen Infektion zu verringern. Der Tierarzt kann den Zeckenkopf dann vollständig entfernen. In jedem Fall sollte die weitere Entwicklung beobachtet werden, etwa ob die Stelle anschwillt und rötet, oder ob sich ein roter Ring um die Stichwunde bildet, der nach außen wandert.

Besser wäre es, einen Zeckenbefall schon prophylaktisch zu verhindern. Hierzu gibt es verschiedene Produkte im Handel. Bitte wenden Sie sich für eine Beratung an Ihren Tierarzt oder Apotheker.

Milben

Die Entfernung der Milben verlangt eine gründliche Vorgehensweise, so dass die Behandlung – je nach Stärke des Befalls – schon mal zwei Wochen und länger andauern kann. Dies gilt besonders für langhaarige Haustiere. Auch andere Haustiere bzw. alle Tiere, mit denen Ihr Haustier regelmäßig Kontakt hat, sollten auf Milben hin untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Treten im Rahmen eines Befalls größere Wunden und bakterielle Sekundärinfektionen auf, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Dieser wird die Tiere zunächst desinfizieren und die akuten Infektionen behandeln.

Da Milben auch eine begrenzte Zeit ohne direkten Wirtskontakt überleben, sollten alle Decken und Bezüge gewaschen werden, bei denen ein unmittelbarer Kontakt bestand. Dies gilt natürlich auch für Körbchen, Schlafdecke und alle Lieblingsorte Ihres Haustieres.

Je nach Milbenart kommen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten in Frage. Bei der Bekämpfung von Milben können Bäder, Sprays und Spot on Produkte verwendet werden. In der Wahl des richtigen Mittels sollten Sie auf jeden Fall vom Tierarzt beraten werden.

Insekten

Läuse und Haarlinge

Läuse und Haarlinge können mit einem insektizidhaltigen Bad, Sprays oder Spot on bekämpft werden. Der Tierarzt kann Sie beraten und Ihnen das geeignete Mittel verschreiben. Besonders langhaarige Tiere brauchen eine gründliche Behandlung. Auch andere Haustiere bzw. alle Tiere, mit denen Ihr Haustier regelmäßig Kontakt hat, sollten auf Läuse hin untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Die Prozedur sollte nach ein bis zwei Wochen wiederholt werden, da die Eier der Läuse (Nissen) meist nicht vollständig abgetötet werden. Die inzwischen geschlüpften Läuselarven werden dann durch die Insektizide wirkungsvoll bekämpft.

Da Läuse auch eine begrenzte Zeit ohne direkten Wirtskontakt überleben, sollten alle Decken und Bezüge gewaschen werden, bei denen ein unmittelbarer Kontakt bestand. Dies gilt natürlich auch für Körbchen, Schlafdecke und alle Lieblingsorte Ihres Haustieres.

Flöhe

Da nur ein kleiner Teil der Flohpopulation im Tierfell lebt, bedeutet eine wirkungsvolle Flohbekämpfung sowohl die direkte Behandlung von Hund und Katze als auch die Säuberung der bevorzugten Aufenthaltsorte der Haustiere. Daneben sollte auch eine Entwurmung in Betracht gezogen werden, da der häufigste Bandwurm von Katze und Hund, der Gurkenkernbandwurm, durch Flöhe übertragen wird.

Im Fell lebende Flöhe sollten durch einfach anzuwendende und sichere Flohschutzmittel (wie etwa Spot-on-Produkte) eliminiert werden. Mittel wie z.B. Advantage® haben darüber hinaus auch eine Wirkung auf die Umgebung der Haustiere. Daneben können auch Flohsprays und –puder (wie z.B. Bolfo®-Produkte) zur Bekämpfung von Flöhen in der Umgebung eingesetzt werden. Auch andere Haustiere in der Wohnung bzw. alle Tiere, mit denen Ihr Haustier regelmäßig Kontakt hat, sollten mit Flohschutzmitteln behandelt werden. Weiterhin gilt es, die Schlafplätze der Tiere gründlich zu säubern. Decken, Kissen sowie Bezüge, mit denen das Tier in Kontakt gekommen ist, sollten bei möglichst hohen Temperaturen gewaschen (oder gebügelt) werden. Vergessen Sie auch nicht, Bettrahmen, Matratzen, Sofas und andere Möbel gründlich zu säubern und auszuwischen.

Durch mehrfaches Staubsaugen und Ausklopfen lassen sich Flohlarven und -puppen aus Teppichen entfernen. Der verwendete Staubsaugerbeutel sollte im Anschluss an die Reinigung vernichtet werden. Glatte Böden sollten gründlich durchgewischt werden, auch in den Ecken und Kanten.

Diese vielfältigen Reinigungsmaßnahmen müssen natürlich wiederholt werden, sollte sich neuer Flohbefall zeigen. Von daher ist es sehr nützlich, durch den monatlichen Einsatz eines Flohschutzmittels die Gefahr eines Befalls vorbeugend zu minimieren sowie generelle Schutz- und Pflegeinfos zu beachten.

Stechmücken

Da Stechmücken nachtaktiv sind, sollten Hunde und Katzen in Südeuropa sich möglichst nur am Tag draußen aufhalten.
Studien zufolge kann die Abwehr von Sandmücken mit entsprechenden Ektoparasitika, Hunde mit einer Sicherheit von nahezu 95% vor einer Infektion mit Leishmanien schützen. Das entsprechende Medikament muß dafür allerdings repellierende Eigenschaften (die Mücken können gar nicht erst zustechen) besitzen.

Moskitonetze sind aufgrund ihrer Maschenweite nur von geringem Nutzen, da z.B. die Phlebotomusmücken wegen ihrer geringen Größe leicht hindurch schlüpfen können.

Stechfliegen

Fliegengitter an Fenster und Türen halten die tagaktiven Blutsauger auf. Auch eine Fliegenklatsche hilft, denn Stechfliegen sind nicht besonders schnell. Nach einem Stich die Wunde desinfizieren, um das Eindringen von Schmutz und Erregern zu verhindern.

Helminthen:

Bei Anzeichen von Wurmbefall sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Er identifiziert die Wurmart und empfiehlt ein geeignetes Wurmmittel. Vertrauen Sie nicht auf Hausmittel. Halten Sie Kinder von den infizierten Tieren fern. Behandeln Sie auch die anderen Haustiere in der Wohnung bzw. alle Tiere, mit denen Ihr Haustier regelmäßig in Kontakt kommt.

Grundsätzlich sollte zur Vorbeugung eines erneuten Befalls eine regelmäßige Wurmbehandlung durchgeführt werden. Experten raten dabei zu vier Entwurmungen im Jahr das bedeutet alle 3 Monate.