Coryza contagiosa gallinarum

Küken

Bei der Coryza contagiosa gallinarum handelt es sich um den ansteckenden Hühnerschnupfen, ausgelöst durch Haemophilus paragallinarum. Betroffen sein können Hühner aller Altersstufen, sowie Wachteln und Fasane.

Erreger und Übertragung

Haemophilus paragallinarum ist ein primär pathogenes Bakterium aus der Gruppe der unbeweglichen, stäbchenförmigen Gram-negativen Erreger der Familie der Pasteurellaceae. Haemophilus umfasst 16 Arten, die zum Teil in den Schleimhäuten von Mensch und Tier leben und Erkrankungen auslösen. Fast alle Haemophilus-Arten sind fakultativ anaerob. Der Name Haemophilus stammt von ihrer besonderen Vorliebe für Nährböden mit Blut- oder Hämoglobinzusätzen, auf denen sie in Kultur gehalten werden können.

Haemophilus paragallinarum hat in der Außenwelt eine geringe Überlebenszeit, im Speichel etwa 2 Tage.

Die Erregerübertragung erfolgt direkt von Tier zu Tier durch Tröpfcheninfektion. Eine ebenfalls bedeutende Infektionsquelle stellen offene Trinkwassersysteme dar. Aber auch über infizierten Staub, infizierte Gerätschaften und Transportfahrzeuge ist eine Übertragung möglich, allerdings aufgrund der nur kurzen Überlebenszeit des Erregers in der Außenwelt, weniger wahrscheinlich.

Klinisches Erscheinungsbild

Die Inkubationszeit beträgt 1 – 3 Tage. Der klinische Verlauf ist häufig mild ausgeprägt und dauert 2 – 3 Wochen. Die Tiere zeigen ein reduziertes Allgemeinbefinden, wässrigen Nasenausfluss, der später eitrig und übel riechend werden kann, eine Konjunktivitis, Schnabelatmung und Schwellungen im Kopfbereich, die zur Bezeichnung „Eulenkopf“ führten.

Oft schleudern die Tiere den Kopf hin und her, sodass sich auch starke Verschmutzungen und Verklebungen der Federn beobachten lassen.

Die Wasser- und Futteraufnahme geht zurück und es kommt zum Legeleistungsrückgang. Häufig ist die Coryza contagiosa gallinarum von Sekundärinfektionen mit Mycoplasmen und E. coli begleitet, die das Krankheitsbild verkomplizieren.

Die Morbidität beträgt 100%, die Letalität bei fehlenden Sekundärinfektionen nahezu 0%.

Diagnose, Therapie und Prophylaxe

Die Diagnosestellung erfolgt durch Erregernachweis im Exsudat aus Nasennebenhöhlen oder Luftsäcken. Bei deutlichen Kopfschwellungen („Eulenkopf“) kann bereits adspektorisch eine Verdachtsdiagnose geäußert werden.

Bei nachgewiesener Infektion kann es insbesondere bei milder Symptomatik sinnvoll sein, die Tiere unbehandelt zu lassen, um die körpereigene Immunabwehr zu stärken. Bei schwereren Verlaufsformen und nachgewiesenen Sekundärinfektionen haben sich Antibiotika und die Gabe von Vitamin A bewährt. Geeignete Antibiotika sind Erythromycin, Tetracyclin und Baytril. Der Therapie sollte möglichst ein Resistenztest vorangehen. Baytril zeichnet sich in unter den angesprochenen Substanzen durch eine besonders günstige und stabile Resistenzlage aus.

Prophylaktisch sollte eine regelmäßige Stallreinigung durchgeführt werden. Auch inaktiverte Vakzinen stehen in Form von Einzeltierimpfungen zur Verfügung.