Parameter

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pH-Wert

Die Nieren spielen auch bei der Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen Säuren- und Basenhaushaltes des Organismus eine Rolle. Die Regulation erfolgt über die mehr oder weniger starke Ausscheidung von Ionen mit dem Urin.

Demzufolge ist der pH- Wert keine feste Größe, sondern er schwankt zum Beispiel während des Tagesablaufes, ist abhängig von der Häufigkeit, der Menge und der Art des aufgenommenen Futters: Nach der Aufnahme von viel tierischem Protein, also zum Beispiel einer reinen Fleischmahlzeit, wird der Urin „sauer“, der pH-Wert sinkt.

Erkrankungen wie Diabetes, Nierenversagen, Erbrechen, Durchfall und Fieber können ebenfalls zu Veränderungen des pH-Wertes führen.

Der Harn – pH-Wert bei Hunden und Katzen sollte zwischen 5,5 und 7,5 liegen.

Von großer Bedeutung ist die regelmäßige Kontrolle des pH-Wertes bei Blasensteinen und Blasengries. Je nach Steinart ist ihre Bildung abhängig von einem alkalischen oder sauren Urin.

Struvitsteine zum Beispiel lösen sich auf, wenn man den Tieren längere Zeit Nahrungsmittel verabreicht, die zu einem sauren pH-Wert des Urins führen.

Glukose

Das Auftreten von Glukose im Urin steht in einem direkten Zusammenhang mit der Konzentration von Glukose im Blut. Das bedeutet, dass bei einem positiven Harntest durch die Bestimmung des Blutzuckerspiegels abgeklärt werden muss, ob das Tier „zuckerkrank“ ist, also unter Diabetes mellitus leidet.

Insbesondere bei Katzen kann es durch Stresssituationen zu einer vorübergehenden Erhöhung des Blutglukosespiegels mit ebenfalls vorübergehender Erhöhung des Glukosespiegels im Urin kommen. In diesen Fällen ist es ratsam, zur weiteren Abklärung eine Blutprobe in ein Labor zu schicken, um den Fruktosaminwert bestimmen zu lassen.

Ein erhöhter Fruktosaminwert im Blut weist auf eine mindestens über 3 Wochen bestehende Erhöhung des Blutzuckerspiegels hin und ist daher stressunabhängig.

Ketonkörper

Kann ein Organismus aufgrund eines Insulinmangels Glukose nicht abbauen und als Energiequelle nutzen, greift er vermehrt seine Fettreserven an.

Beim Fettabbau werden Ketone / Ketonkörper gebildet, die dann auch vermehrt über den Urin ausgeschieden werden („Ketonurie“).

Diese Stoffwechselsituation wird auch als „Ketose“ bezeichnet und verursacht Übelkeit und Apathie bis zu komatösen Zuständen.

Der Nachweis von Ketonkörpern im Urin ist dementsprechend eine Notfallsituation und erfordert eine rasche Therapie.

Ketose / Ketonurie tritt auf bei:

  • fortgeschrittenem, unbehandeltem Diabetes mellitus
  • unzureichend eingestellten Diabetespatienten
  • unzureichender Insulinwirkung oder Insulinresistenz.

Die Untersuchung des Urins auf Glukose und Ketonkörper bei diabetischen Hunden und Katzen gehört zum Monitoring dieser Patienten und kann nach entsprechender Aufklärung und bis zu einem gewissen Umfang auch von den Tierbesitzern durchgeführt werden.

Hungerzustände, Diäten mit niedrigem Kohlehydratgehalt und hohem Fettgehalt oder Fieber bei Zwergrassen können ebenfalls ursächlich für das Erscheinen von Ketonkörpern im Urin verantwortlich sein.

Bilirubin

Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Es wird in der Leber gebildet und gelangt mit der Galle in den Dünndarm.

Bei massivem Anfall von Hämoglobin durch Zerstörung von Erythrozyten, bei Lebererkrankungen oder bei Verlegung der Gallenwege kann Bilirubin ins Blut übertreten (Bilirubinämie) und ab einer gewissen Konzentration auch über die Niere ausgeschieden werden („Bilirubinurie“).

Bilirubin wird regelmäßig bei ikterischen Tieren (Tiere mit Gelbsucht, Bilirubinämie!) im Urin nachgewiesen.

Beispiele für Erkrankungen, die mit einer Bilirubinurie einhergehen:

  • Hund: Babesiose, Leptospirose
  • Katze: Infektionen mit Haemobartonella felis
  • Immunbedingte Zerstörungen von Erythrozyten (Hämolyse)

Da Bilirubin auch bei gesunden Hunden im Urin gefunden wird, muss ein positiver Urintest immer durch weitere Blutuntersuchungen abgeklärt werden. Bilirubin im Urin von Katzen ist generell ein Zeichen für das Vorliegen einer Erkrankung.

Blut (Erythrozyten, Hämoglobin)

Harnteststreifen reagieren bereits auf Erythrozyten und Hämoglobin, wenn mit bloßem Auge noch keine Farbveränderungen des Urins zu erkennen sind.

Das Testfeld zeigt einzelne intakte rote Blutkörperchen als grüne Pünktchen an. Eine gleichmäßige grüne Verfärbung ist eine Reaktion auf Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, der bei der Zerstörung von roten Blutkörperchen freigesetzt wird.

Positive Testergebnisse weisen auf Blutungen im Organismus mit Zerstörung von Erythrozyten oder Blutungen im Bereich des Harntraktes (Schleimhautblutungen durch Steine, Entzündungen oder Tumore) hin.

Achtung: Bei der Untersuchung von Spontanurin mögliche Läufigkeit der Hündin oder Prostataerkrankung beim Rüden beachten!

Auch Myoglobin im Urin („Myoglobinurie“)kann zu einer Verfärbung dieses Testfeldes führen. Es entsteht bei Muskelerkrankungen, bei denen es durch Zerstörung von Muskelfasern freigesetzt wird.

Myoglobinurie kommt bei Hunden und Katzen sehr selten vor. Sie wird beobachtet nach Krampfanfällen oder bei Hunden auf der Rennbahn, die untrainiert oder nach längeren Pausen plötzlich Hochleistung erbringen.

Weitere Untersuchungen, wie die Untersuchung des Sediments oder Blutuntersuchungen müssen zur Abklärung eingeleitet werden.

Eiweiß

Das vermehrte Ausscheiden von Eiweiß mit dem Urin wird auch als „Proteinurie“ bezeichnet und kann sehr viele verschiedene Ursachen haben:

Fieberzustände, Stress, Krampfanfälle, Nierenerkrankungen, Blasenentzündungen, Prostataerkrankungen, Medikamentengabe.

Nitrit

Nitrit wird von manchen Bakterien produziert. Ein positiver Test weist daher auf das Vorhandensein von Bakterien im Urin hin.

Der Test reagiert aber nicht auf alle Bakterien, das heißt, ein negativer Befund schließt Bakterien nicht aus!

Leukozyten

Leukozyten im Urin geben einen Hinweis auf das Vorliegen einer akuten Entzündung im Bereich der harnableitenden Wege oder auch im Bereich des Genitaltraktes.

Der Test ist bei Hunden und Katzen nicht zuverlässig. Falsch positive und falsch negative Ergebnisse kommen vor. Die Bestimmung sollte über die Sedimentuntersuchung erfolgen.

Die Ergebnisse der chemischen Untersuchung sind immer in ihrer Gesamtheit und unter Einbeziehung des Spezifischen Gewichts zu beurteilen. Z.B. kann ein hochkonzentrierter (SG > 1.035), alkalischer Harn (pH > 7.5) zu einer falsch positiven Proteinreaktion auf dem Teststreifen führen. Eine +1 Proteinurie bei einem SG von 1.010 bedeutet einen größeren Proteinverlust als +1 bei einem SG von 1.030.

AWB-2142148100