Hormonelle Regelkreise

Hormonelle Regelkreise

Die Niere ist als wichtiges Zielorgan in verschiedene hormonelle Regelkreise eingebunden.
Deren Ziel ist es, den Extrazellularraum in seiner Zusammensetzung und in seinem Volumen möglichst konstant zu halten, da nur so die störungsfreie Funktion der Zellen in den verschiedenen Organen gewährleistet ist. An dieser Regulation sind Osmorezeptoren (v.a. im Hypothalamus), das Hormon ADH und die Niere beteiligt.

  • Antidiuretisches Hormon (= ADH, Adiuretin, Vasopressin)
    Dieses Peptidhormon wird im Hypothalamus gebildet und über den Hypophysenhinterlappen freigesetzt, wenn die Osmolarität im Blutplasma steigt. Dadurch wird Wasser in der Niere verstärkt rückresorbiert. Die Ausschüttung des Hormons wird wieder gehemmt, wenn die Plasmaosmolarität wieder im Soll-Bereich ist. Bei einem Mangel an ADH kommt es zur Ausscheidung von wenig konzentriertem Harn in großen Mengen (= Diabetes insipidus).
  • Aldosteron
    Dieses Steroidhormon aus der Nebennierenrinde bewirkt eine verstärkte Natrium-Resorption und eine verstärkte Kalium-Ausscheidung. Es wird freigesetzt durch Angiotensin II (siehe unten). Seine Wirkung entfaltet Aldosteron im distalen Tubulus des Nephrons. Durch die vermehrte Rückresorption von Natrium wird sekundär auch Wasser im Körper zurückgehalten. Damit kommt es – weil Natrium sich im Körper überwiegend außerhalb der Zellen befindet – zu einer Zunahme des Extrazellulärvolumens.
  • Renin
    Dieses Enzym stammt aus den epitheloiden Zellen des Vas afferens, es wird in die Blutbahn abgegeben und kann dort das Protein Angiotensinogen aus der Leber spalten. Dadurch entsteht Angiotensin I im Blut, das bei der Passage durch verschiedene Organe, beispielsweise die Lunge, umgewandelt wird in das Angiotensin II. Dieses ist die stärkste vasokonstriktorische Substanz im Körper und führt zu einer Blutdruckerhöhung, auch lokal in der Niere. Darüber hinaus führt Angiotensin II zur Ausschüttung von Aldosteron in der Niere.

 

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