Anatomie des Harnleiters

Harnleiter

Der Harnleiter (Ureter; Abb. 1/Hl) transportiert den Harn aus dem Nierenbecken in die Harnblase. Dies geschieht über peristaltische Wellen, die auch in der Röntgenkontrastdarstellung sichtbar werden. Aufgrund dieser aktiven Transportleistung wird klar, dass auch im Harnleiter unter der Schleimhaut eine entsprechende Muskelschicht vorhanden ist. Diese weist eine innere und äußere Längsschicht auf, die von einer mittleren, zirkulären Schicht ergänzt wird. Die Schleimhaut ist bei Kontraktion der Muskulatur in Falten gelegt und hilft so das Lumen abschnittsweise zu verschließen, indem sich die Schleimhautfalten polsterartig aneinander legen können.

Anfänglich ist der Harnleiter quer zur Körperachse gerichtet und verläuft schließlich parallel zu den großen Bauchgefäßen (Aorta abdominalis, Vena cava caudalis). Er liegt dorsal in der Bauchhöhle, direkt unter der inneren Lendenmuskulatur. Am Beckeneingang schwenkt der Harnleiter nach medial und ventral auf den Harnblasenhals zu. Dort durchbohrt er zunächst die Schichten der Harnblasenwand bis auf die Schleimhaut. Erst nach einem kurzen Verlauf zwischen Muskelschicht und Schleimhaut mündet der Harnleiter in einer schlitzförmigen Öffnung in der Nähe des Harnblasenhalses.

Dieser eigentümliche Verlauf wirkt wie ein Rückschlagventil, da bei einer Drucksteigerung in der Harnblase – z. B. beim Harnabsatz – die Wand des Harnleiters auf seinem kurzen Endstück gegen die außen liegende Muskulatur der Harnblase gedrückt wird. Auf diese Weise wird ein aufsteigender Rückfluss in Richtung Nieren verhindert.

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