Lage und Bau der Nieren

Lage der Nieren

Die Nieren liegen extrathorakal, dorsal in der Bauchhöhle direkt unter der inneren Lendenmuskulatur. Medial grenzt die rechte Niere an die hintere Hohlvene (Vena cava caudalis), mit ihrem kranialen Pol stößt sie an den Processus papillaris der Leber, hinterlässt dort jedoch keinen Eindruck (Impressio renalis). Die linke Niere liegt medial unmittelbar an der Bauchaorta (Aorta abdominalis). Von den beiden großen Bauchgefäßen zieht jeweils eine Arteria bzw. Vena renalis zum Hilus und verzweigt sich im Inneren des Organs.

Beide Nieren liegen bei der Katze etwa auf gleicher Höhe im Hinblick auf die Wirbelsäule. Die linke Niere (Lendenwirbel 2-5) ist im Vergleich zur rechten (Lendenwirbel 1-4) verschieblicher und daher weniger lagekonstant. Beide Nieren sind je nach Ernährungszustand gut tastbar.

Die Fettgewebskapsel um die Nieren ist im Umfang ernährungsabhängig (Abb. 1/Fk). Dabei kann es passieren, dass bei starkem Abbau des Fettgewebes besonders die linke Niere weiter absinkt und das Bauchfell dabei wie zu einem Gekröse in die Länge zieht. Dies kann beispielsweise im Zusammenhang mit einer schweren Erkrankung vorkommen.

Das Nierengewebe ist umgeben von einer bindegewebigen Faserkapsel (Capsula fibrosa, Abb. 2/a). Diese ist relativ leicht abziehbar. Nur an den Durchtrittsstellen der Kapselvenen (Abb. 2/b, Kv) ist sie etwas fester angeheftet. Kommen zusätzliche punktuelle oder flächenhafte Verwachsungen vor, so ist dies ein Hinweis auf frühere Niereninfarkte, die bereits vernarbt sind. Im Vergleich zum Hund ist die Bindegewebskapsel zwar deutlich zarter, sie zeigt aber dennoch nur eine begrenzte Dehnbarkeit. Dies führt dazu, dass bei einer Nierenschwellung der Binnendruck entsprechend erhöht wird.

Die Organkapsel stülpt sich am Hilus in die Einbuchtung des Nierengewebes ein und bildet die bindegewebige Unterlage für das Nierenbecken.

Bau der Nieren

Die Nieren sind bei der Katze dick bohnenförmig und – je nach Blutgehalt – mehr oder weniger gelbrot (Abb. 2/b). Sie gehören zum glatten und einwarzigen Typ Niere, d.h. es ist äußerlich keine weitere Unterteilung in Lappen erkennbar und alle Ausführungsgänge (Ductus papillares) münden an einer kegelförmigen Warze (Papilla renalis, Abb. 3, Abb. 4 und Abb. 5, Np).

Beide Nieren sind mit je 11-16 g etwa gleich schwer. Am Längsschnitt (Abb. 3) lässt sich ein schmaler äußerer Bereich, die rötlich-braune Nierenrinde (Cortex renis, Abb. 3/Nr) mit einer Breite von ca. 2-5 mm erkennen. Nach innen folgt ein zentraler Bereich, das Nierenmark (Medulla renis, Abb. 3/Nm). Aufgrund des Verlaufs der Blutgefäße im Nierengewebe wird das Mark mehr oder weniger deutlich in einzelne Markpyramiden gegliedert, deren Basis jeweils nach außen, zur Rinde gerichtet ist.

Im Rindengewebe sind etwa rund 300.000 bis 500.000 Nierenkörperchen mit einem Durchmesser von 110-150 µm enthalten, die zusammen mit den harnbereitenden Kanälchen (Tubuli) für die Harnbildung verantwortlich sind. Die funktionelle Einheit aus Nierenkörperchen und harnbereitenden Kanälchen heißt Nephron (Abb. 6). Ein großer Teil des Tubulus-Apparates liegt im Nierenmark. Am Ende der Kanälchen wird der Harn in die leitenden Sammelrohre (Abb. 6/Sr) überführt und gelangt so über die Mündungen an der Nierenpapille in das Nierenbecken (Abb. 4/Nb).

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