Traumen: Achtung Notfall!

Traumen: Achtung Notfall!

Insbesondere bei Autounfällen und bei Beißereien kann es bei Katzen und Hunden schnell zu Zahnfrakturen oder zu Zahnluxationen kommen. Beides sind absolute zahnmedizinische Notfälle und müssen schnellstmöglich behandelt werden.

Zahnfrakturen

Frische Zahnfraktur nach Autounfall

Frische Zahnfraktur nach Autounfall

Durch Zahnfrakturen wird häufig die Zahnpulpa eröffnet. Hier können Bakterien eindringen und zu einer Infektion der Zahnwurzel und des umgebenden Kieferknochens führen. Dies wird verhindert durch eine spezielle Füllungsversorgung des Wurzelkanals.

Bei Jagd-, Dienst- und Sporthunden wird häufig auch eine Überkronung der abgebrochenen Fangzähne von den Tierbesitzern verlangt. Metallkronen oder Kunststoffaufbauten werden dafür verwendet.

Restauration eines frakturierten Caninus nach Wurzelkanalbehandlung

Restauration eines frakturierten Caninus
nach Wurzelkanalbehandlung

In manchen Fällen (Fraktur in der Nähe des Zahnhalses, bereits bakterielle Infektion der Pulpa) bleibt nach einer Fraktur nur die Extraktion des verletzten Zahnes.

"Slab-fracture"

Eine Zahnfraktur, die relativ häufig beim Hund vorkommt, aber wegen fehlender Schmerzsymptomatik vom Tierbesitzer meist unbemerkt verläuft, ist die „Slabfracture“.

P4 und M1 bilden im Hundegebiss die sogenannte „Brechschere“. Dabei ist der Reißzahn des Oberkiefers beim Zerbeißen harter Futtermittel oder auch beim Apportieren besonders hohen Belastungen ausgesetzt. Dies führt häufig zum Wegbrechen der Zahnspitze zusammen mit der seitlichen Zahnwand. Unerkannt und somit unbehandelt kommt es dadurch manchmal erst nach Monaten oder sogar Jahren zur Zahnfistel.

Zahnluxationen

Abrasionsgebiß

Abrasionsgebiß

Sind Zähne teilweise oder sogar ganz luxiert, so kann der Zahn nur bei sofortiger sachgerechter Versorgung erhalten werden. Ausgeschlagene Zähne sollten innerhalb von spätestens 1 Tag reimplantiert werden. Bis zur operativen Versorgung ist es am besten, sie in Milch aufzubewahren.

Nach der operativen Reposition werden sie mit Cerclagendraht und Kunststoffschienen fixiert.

Relativ oft sieht man in der Kleintierpraxis Hunde, deren Zahnkronen stark abgerieben sind. Durch häufiges Apportieren oder Spielen mit ungeeigneten Gegenständen (Steine!, Tennisbälle!) oder auch durch das Benagen von Gitterstäben kommt es zu lokalen Abrasionen der Zahnkronen, die ebenfalls zur Eröffnung der Pulpahöhle führen können. Dies sind zwar keine Notfälle, aber auch hier sollte eine Zahnwurzelbehandlung durchgeführt werden, um Wurzelinfektionen zu verhindern.

AWB-2142148100