FVBD - Feline Vector-Borne Diseases

FVBD – Feline Vector-Borne Diseases Gibt es diese Erkrankungen auch bei Katzen?!

Klinische Erkrankungen bei Katzen durch Borrelien, Anaplasmen, Ehrlichien, Hepatozooen, Leishmanien und Filarien werden in deutschen Kleintierpraxen nur äußerst selten diagnostiziert.

Bei unseren „einheimischen“ Erregern wird vermutet, dass Katzen speziell gegenüber Borrelien und Anaplasmen weniger anfällig sind. Im Vergleich zu Hunden kommt es, obwohl sie gleichermaßen wie Hunde von Zecken befallen werden, nur selten zu klinischen Erkrankungen. Katzen scheinen Anaplasmen und Borrelien gegenüber eine natürliche Resistenz zu haben.

Anders als bei Hunden, scheinen Flöhe bei Katzen eine größere Gefahr als Krankheitsüberträger darzustellen. Sie können nicht nur wie beim Hund den Gurkenkernbandwurm, Dipylidium caninum, - durch Zerbeißen und Abschlucken! -, übertragen, sondern auch beim Blutmahl bzw. über ihren Kot die Erreger der Hämoplasmose und der Bartonellose.

  • Die Hämoplasmose wurde früher auch als Hämobartonellose oder „Feline infektiöse Anämie“ bezeichnet und wird durch Mykoplasmen, kleine Bakterien, die auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen leben, verursacht. Außer durch Flöhe können die Erreger auch bei Katzenkämpfen und bei Bluttransfusionen übertragen werden. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zur Zerstörung von roten Blutkörperchen und damit zur Entwicklung einer Blutarmut (Anämie). Der Krankheitsverlauf kann mild sein aber auch schwere Formen mit tödlichem Ausgang kommen vor. Erkrankungen treten gehäuft auf bei Tieren, deren Immunsystem bereits durch vorhandene Infektionen, wie zum Beispiel FIV oder FeLV geschwächt ist.
  • Bartonellen sind Bakterien, die in Deutschland bei 1% der Hauskatzen und 18,7% der streunenden Katzen vorkommen. Sie führen nur selten bei den infizierten Katzen zur Erkrankung. Von Bedeutung ist eher ihr Potential als Zoonoseerreger: Über Flohkot können sie auf den Menschen übertragen werden und die „Katzenkratzkrankheit“ verursachen. (Harmlose Verlaufsform: lokaler Entzündungsherd; komplizierte Verlaufsform: Herzinnenhautentzündung, Hirnhautentzündung).

Darüber hinaus wird ein Übertragungspotential der Flöhe für verschiedene virale Erreger (bspw. des Calicivirus) diskutiert.

Somit ist auch die Ektoparasitenbekämpfung bei Katzen in Deutschland eine wichtige Maßnahme zur Gesundheitsvorsorge!

In Bezug auf die „typischen“ Reisekrankheiten Leishmaniose und die Filariosen muss man davon ausgehen, dass Katzen ähnlich empfänglich sind wie Hunde. Da sie jedoch im Vergleich zu Hunden eher selten mit auf die Urlaubsreise gehen, werden diese Erkrankungen in Deutschland nur sehr selten diagnostiziert.

AWB-2142148100