Rickettsiose

Rickettsiose

Erreger

Rickettsien sind ebenfalls mit Anaplasmen und Ehrlichien verwandt (alle gehören zur Ordnung „Rickettsiales“). Der Erreger befällt vor allem die Endothelzellen der kleinen Gefäße, die hierdurch durchlässig werden (siehe Symptome).

Obwohl in Deutschland bereits diverse Rickettsien-Spezies in Zecken nachgewiesen wurden, sind Erkrankungsfälle bisher nicht bekannt worden.

In Amerika verursacht Rickettsia rickettsii schwere Erkrankungen bei Hunden und Menschen. Beim Menschen wird die Erkrankung „Rocky Mountain Spotted Fever“ (Zeckenbissfieber) genannt und ist durch hohes Fieber und einen typischen Hautausschlag charakterisiert. In Europa wird eine ähnliche Erkrankung durch Rickettsia conorii ausgelöst (Mittelmeerfleckfieber, „Boutonneuse-Fieber“). Erkrankungsfälle von Hunden in Verbindung mit Rickettsia conorii sind beschrieben.

Überträger

Als Überträger fungieren Zecken; es gibt jedoch auch Spezies, die von Flöhen, Milben oder Läusen übertragen werden (z.B. murines Fleckfieber beim Menschen durch Rattenflöhe). Rickettsia conorii wird von der braunen Hundezecke Rhipicephalus sanguineus übertragen.

Vorkommen

Rickettsien sind weltweit verbreitet. Rickettsia conorii kommt im gesamten Mittelmeerraum aber auch in Afrika und Indien vor.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt eine Woche.

Klinisches Bild

Beobachtet werden Apathie, Fieber, Appetitlosigkeit, erhöhte Herz- und Atemfrequenz, Muskelschmerzen, Steifheit, Gelenkschwellungen und neurologische Symptome. Die Schädigung der Gefäße zeigt sich in Hautrötungen, Punktblutungen, Ödemen und Nasenbluten.

Diagnose

Auslandsaufenthalt. Ein Antikörpernachweis für Rickettsia conorii und Rickettsia rickettsii steht zur Verfügung.

Therapie

Rickettsieninfektionen sprechen in der Regel gut auf eine antibiotische Therapie an. Zum Einsatz kommen Doxycyclin, Tetracyclin, Chloramphenicol oder Enrofloxacin über 1 – 3 Wochen. Bei schweren Verlaufsformen (Rickettsia rickettsii) können intensivmedizinische Maßnahmen notwendig sein.

Prophylaxe

Am sichersten ist es, Hunde erst gar nicht in Risikogebiete zu verbringen. Ansonsten sollten sie mit repellierend und abtötend wirkenden Zeckenschutzpräparaten vor einer Infektion geschützt werden.

Zoonosegefahr

Wie oben beschrieben, verursachen verschiedene Rickettsienspezies schwere Erkrankungen beim Menschen.

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