Ehrlichiose

Ehrlichiose

Erlichia canis
(Quelle: Prof. Mehlhorn)

Erreger

In Europa ist Ehrlichia canis Erreger der Hundeehrlichiose. Ehrlichien und Anaplasmen sind miteinander verwandte Bakterienarten. Sie gehören beide zur Gruppe der Rickettsien. Beide leben im Inneren von Blutzellen. Im Gegensatz zu Anaplasma phagozytophilum, infiziert Ehrlichia canis nicht Granulozyten sondern Monozyten.

Überträger

Rhipicephalus sanguineus,
(Quelle: Bayer)

Ehrlichien werden in Europa durch die Braune Hundezecke, Rhipicephalus sanguineus, übertragen. Diese Zeckenart ist an das wärmere, trockenere Mittelmeerklima adaptiert. In Deutschland konnte sie bis jetzt auf Grund der niedrigen Temperaturen während der Wintermonate im Freien nicht heimisch werden. Allerdings findet sie in Stallungen, Zwingern und Wohnungen geeignete Entwicklungsbedingungen (so genannte „Indoorzecke“). Bei Einschleppung durch einen Hund nach einem Urlaubsaufenthalt zum Beispiel, kann es zu unangenehmen Massenbesiedelungen kommen.

Vorkommen

Der Erreger ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt bis zu 3 Wochen.

Klinisches Bild

Der Krankheitsverlauf ist sehr variabel. Typisch ist ein zweigipfeliger, sog. „biphasischer“ Verlauf:

Nach einem etwa 2 bis 4 Wochen anhaltenden akuten Krankheitsbild mit meist eher milden Symptomen wie Fieber, Anschwellung der Lymphknoten, Appetitlosigkeit und Apathie (allerdings kommen auch schwere, lebensbedrohliche Verlaufsformen vor!) verschwinden die Symptome zunächst, und die Hunde erscheinen wieder „gesund“. Dieses so genannte „subklinische“ Stadium kann mehrere Monate bis Jahre andauern. Der darauf folgende Krankheitsschub ist chronisch fortschreitend und geprägt von Appetitlosigkeit, Abmagerung, Blutarmut und Haut-, Schleimhautblutungen sowie Nasenbluten.

Diagnose

Im Vorbericht kann ein früherer Auslandsaufenthalt bereits auf eine mögliche Ehrlichiose hinweisen.

  1. Im akuten Stadium kann man die Krankheitserreger direkt im Blut nachweisen, entweder mikroskopisch in einem Giemsa gefärbten Blutausstrich (Nachweis von „Morulae“ wie bei Anaplasmose nur nicht in den Granulozyten sondern in den Monozyten) oder mit Hilfe der PCR – Untersuchung im Labor.
  2. Eine PCR – Untersuchung ist auch aus Feinnadelbiopsien aus Knochenmark, Milz, Lunge oder Lymphknoten möglich.

Im chronischen Stadium der Erkrankung können Antikörper im Blut nachgewiesen werden (indirekter Nachweis der Erreger). Diese Untersuchung kann mit kommerziell erhältlichen Testkits in der Praxis durchgeführt werden.

Eine für die Erkrankung typische und damit auch diagnostisch wichtige Blutbildveränderung ist die Thrombozytopenie, ein Mangel an Blutplättchen.

Therapie

Tiere im akuten Krankheitsstadium sprechen meist gut auf eine Therapie an. Tiere im bereits chronischen Stadium sind häufig nicht vollständig heilbar.

Meist wird zur Therapie Doxycyclin für die Dauer von 3 bis 4 Wochen eingesetzt. Eine Kombination mit Präparate, die zur Behandlung der Babesiose beim Hund eingesetzt werden (Wirkstoff Imidocarb), ist möglich.

Prophylaxe

Am sichersten ist es, Hunde erst gar nicht in Risikogebiete zu verbringen. Ansonsten sollten sie mit repellierend und abtötend wirkenden Zeckenschutzpräparaten vor einer Infektion geschützt werden.

Zoonosegefahr

Erkrankungen bei Menschen treten sehr selten auf, meistens bei Personen mit eingeschränkter Immunabwehr.

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