Zeckenbekämpfung: Abwehr ist angesagt

Zeckenbekämpfung: Abwehr ist angesagt

Im Hinblick auf die Vielzahl der Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden können, sind präventive Maßnahmen von besonderer Bedeutung.

Menschen und Tiere sollten während der warmen Jahreszeit Zeckengebiete, also insbesondere Feuchtgebiete mit dichtem Grasbewuchs oder Unterholz, meiden.
Nach einem Waldspaziergang oder Auslauf sollte man Tiere und natürlich auch sich selbst (und Kinder!) nach Zecken absuchen. Sie krabbeln dann häufig noch auf der Suche nach einer geeigneten Stelle für ihr Blutmahl umher und können daher einfach abgesammelt werden. Lieblingsplätze beim Menschen sind Kniekehlen, Achsel, Nacken und Leistengegend.
Zur Anwendung beim Menschen gibt es spezielle Präparate, die Zecken durch ihren Duft abwehren. Diese Präparate sind für die Anwendung beim Tier ungeeignet, da sie eine Wirksamkeit von maximal 6 Stunden besitzen.

Beim Hund hat sich die Anwendung von Ektoparasitika mit zweifacher Wirkung bewährt: Die Zecke wird nicht nur abgetötet (akarizide Wirkung), sondern bereits der Blutsaugakt abgewehrt (repellierende Wirkung), denn eine Zecke, die nicht saugt, kann auch keine Krankheitserreger übertragen!

Pyrethroide (z.B. Permethrin, Flumethrin, Deltamethrin) sind Wirkstoffe mit akarizider und repellierender Wirkung. Die repellierende Wirkung ist unterschiedlich stark ausgeprägt.
Beim Kontakt einer Zecke mit einem behandelten Hund, werden die Nervenendigungen im Bereich der Gliedmaßen der Zecke so stark gereizt, dass sie versucht, diese Oberfläche möglichst schnell wieder zu verlassen. Sie bekommen auf der Hundehaut buchstäblich „heiße Füße“, weshalb man auch vom „Hot Feet Effekt“ spricht.
Ein kurzer Körperkontakt reicht aber auch aus, dass diese Zecke nun nicht den nächsten Wirt aufsucht, sondern so geschädigt ist, dass sie stirbt.

Zu beachten ist allerdings, dass Katzen aufgrund eines fehlenden Stoffwechselweges diese Wirkstoffgruppe, insbesondere in hohen Konzentrationen wie sie in den Spot on Formulierungen vorliegen, nicht vertragen und diese Produkte bei Katzen daher nicht angewendet werden dürfen! Eine Ausnahme bildet hierbei Flumethrin-haltige Halsbänder. Dieses Pyrethroid unterliegt einem anderen Stoffwechselweg und kann daher bei Katzen eingesetzt werden.

Zur Zeckenbekämpfung bei Katzen ist außerdem Fipronil (Frontline®) zugelassen.

Im Gegensatz zu äußerlich angewendeten Produkten mit repellierender und akarizider Wirkung, ist bei Produkten zur oralen Anwendung (z.B. Fluralaner, Afoxolaner) eine Anheften der Zecken und eine Nahrungsaufnahme notwendig, um die Zecken abzutöten.

 

AWB-2142148100