Entwicklungszyklus: dreiwirtige Zecke

Entwicklungszyklus: dreiwirtige Zecke

Zecken entwickeln sich vom Ei über Larven- (6 Beine) und Nymphenstadium (8 Beine) zur geschlechtsreifen Adultzecke (8 Beine). Nur im Adultstadium lassen sich männliche und weibliche Zecken unterscheiden.

Voraussetzung für jede Häutung und damit Weiterentwicklung zum nächsten Stadium, sowie für die Produktion der Eier ist eine Blutmahlzeit. Die Häutungen finden ausnahmslos außerhalb der Wirte am Boden statt. Holzböcke, Auwaldzecken und braune Hundezecken brauchen für den gesamten Entwicklungszyklus 3 Blutmahlzeiten, die sie generell bei 3 verschiedenen Wirten aufnehmen, daher die Bezeichnung „dreiwirtige Zecken“. Ein- und zweiwirte Zecken kommen bei uns nicht vor. Bei zweiwirtigen Zecken häutet sich das Larvenstadium auf dem Wirt zum Nymphenstadium und lässt sich erst dann zu Boden fallen. Bei einwirtigen Zecken erfolgt die gesamte Entwicklung auf ein und demselben Tier. Erst das begattete Weibchen lässt sich zur Eiablage zu Boden fallen.

Entwicklungszyklus

  • Die etwa 0,5mm großen Larven bevorzugen Kleinsäuger wie zum Beispiel Mäuse und gelegentlich Vögel als Wirte, können durchaus aber auch auf anderen Tieren gefunden werden.
  • Nymphenstadien (1mm groß) befallen etwas größere Säuger (Katzen, Igel, Kaninchen), die Adulten Hunde, Füchse, Pferde und Rehwild.(Ausnahme: braune Hundezecke befällt nur Hunde, selten den Menschen.)
  • 80% der beim Menschen gefundenen Zecken sind Nymphen, der Rest Adulte. Daher kommt es häufig vor, dass diese kleinen Zecken vom Menschen lange unentdeckt bleiben!
  • Die Begattung findet auf dem dritten Wirt statt. Nach Beendigung ihrer Blutmahlzeit, die je nach Ergiebigkeit der Blutquelle 5-8 Tage dauert, lässt sich das Zeckenweibchen vom Wirtstier abfallen, legt in den nächsten Wochen je nach Zeckenart 2000 bis 5000 Eier und stirbt.

Die Entwicklungsdauer bei den verschiedenen Zeckenarten hängt von mehreren Faktoren ab. Klimatische Faktoren, wie die Temperatur und insbesondere die Luftfeuchtigkeit nehmen entscheidenden Einfluss auf die Geschwindigkeit der Entwicklung.
Auwaldzecken und Holzböcke fühlen sich bei einer Luftfeuchtigkeit von 85% wohl. Adulte Auwaldzecken sind kälteunempfindlicher als Holzböcke, daher sind sie im Frühjahr früher aktiv und können je nach Witterung bis Ende Herbst oder sogar Winteranfang gefunden werden. In trockenen Sommermonaten lässt ihre Aktivität außer in schattigen Wäldern nach, die Zecken ziehen sich in die Moosschicht zurück.
Während der Frostperiode verharren sie erstarrt in der Laubschicht des Waldbodens.
Braune Hundezecken sind an höhere Temperaturen und trockenere Gebiete adaptiert, daher sind bisher keine Naturherde dieser Zeckenart in Deutschland nachgewiesen.

Die Entwicklungsdauer beträgt beim Holzbock 1 bis 3 Jahre, bei der Auwaldzecke 1 bis 1,5 Jahre. Da Auwaldzecken nicht nur eine kürzere Generationenzeit als Holzböcke haben, sondern auch durchschnittlich mehr Eier produzieren (Auwaldzecke bis 5000 Eier, Holzböcke bis 3000 Eier) muss mit einer weiterhin raschen Vermehrung gerechnet werden.
Braune Hundezecken haben mit 3 bis 4 Monaten die kürzeste Entwicklungszeit.

AWB-2142148100