Die Zecke

Die Zecke

Einleitung

Zecken sind weltweit verbreitet und von besonderer Bedeutung als Überträger verschiedener Krankheitserreger wie Protozoen (Einzeller), Bakterien und Viren auf Säuger, Vögel, Reptilien und den Menschen.
Zecken gehören zur Klasse der Spinnentiere, Arachnida, die sich durch den Besitz von 4 Beinpaaren (Ausnahme: das Larvenstadium besitzt nur 6 Beine!) und 2 Körpersegmenten auszeichnet. Sie sind eng verwandt mit Milben. Es gibt weltweit etwa 850 verschiedene Zeckenarten, wobei man zwei Familien, die Lederzecken (Argasidae-) und die Schildzecken (Ixodidae) unterscheidet.
In Europa spielen nur die Schildzecken als Vektoren für Krankheitserreger bei Hunden und Katzen eine Rolle. Ihr Name rührt von einer panzerähnlichen, dunkelbraunen (bei Ixodes ricinus und Rhipicephalus sanguineus) bzw. braun-beige marmorierten (bei Dermacentor reticulatus) Chitinplatte, die bei den männlichen Zecken den gesamten Rückenbereich stabilisiert, bei den weiblichen nur das vordere Drittel. Dieser Rückenschild bietet außerdem Schutz vor mechanischen und klimatischen Einflüssen.

Weibliche Adultzecken (erwachsene, geschlechtsreife Zecken) vervielfachen ihr Körpergewicht bei der Blutaufnahme um das 100 – 200-fache. Dies wird durch eine furchen- und faltenreiche und damit besonders dehnbare Körperhülle ermöglicht.

Zeckenarten

Ixodes ricinus (Holzbock)

In Deutschland werden Hunde, Katzen und auch der Mensch vom so genannten Holzbock, Ixodes ricinus, befallen. Er ist in ganz Deutschland verbreitet, im Gebirge bis auf eine Höhe von etwa 1000 Metern und bevorzugt Waldgebiete mit dichtem Unterholz. In Europa ist er zwischen dem 40. und 65. Breitengrad zu Hause. Holzböcke treten in verschiedenen Farbvarianten von rötlich-braun bis steingrau auf. Nüchterne Weibchen sind 3-4mm lang, nach dem Blutmahl 11mm. Holzböcke sind Überträger der Borreliose, der Anaplasmose und der FSME (Frühsommer–Meningo-Enzephalitis).

Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke)

Auwaldzeckenwerden seit etwa 100 Jahren regelmäßig in Deutschland nachgewiesen, bis vor wenigen Jahren allerdings nur mosaikartig verbreitet in Feuchtgebieten entlang der Donau, des Rheins und der Elbe. In den letzten Jahren ist es zu einer explosionsartigen Vermehrung dieser Zeckenart gekommen und zu einer weiteren Verbreitung. Dies ist für die Kleintierpraxis von besonderer Bedeutung, da die Auwaldzecke Babesien übertragen kann, den Erreger der Hundebabesiose (umgangssprachlich auch als „Hundemalaria“ bezeichnet), eine Erkrankung, die man bis dato noch als „Reisekrankheit“ bezeichnet hat. Vorkommensgebiete, so genannte Endemiegebiete, für diese Zeckenart sind außerdem Frankreich, England, Spanien, Schweiz, Belgien und Osteuropa.

Dermacentorzecken sind etwas größer als Holzböcke (nüchtern 5mm, nach dem Blutmahl 15mm).

Rhipicephalus sanguineus (Braune Hundezecke)

Die braune Hundezecke kommt südlich der Alpen vor und wird von da durch reisebegleitende Hunde als unliebsames „Reisemitbringsel“ oder von Importhunden aus Südeuropa nach Deutschland eingeschleppt. Unterschiedlich zu Auwaldzecken und Holzböcken, die sich ausschließlich im Freien entwickeln können, kann die braune Hundezecke gut in beheizten Räumen (besonders unter Fenster- und Türfüllungen, in Gardinen und in Möbeln), Zwingern und Stallungen heimisch werden, was eine Umgebungsbehandlung bei Befall mit dieser Zeckenart erforderlich macht. Da sie in Nordeuropa im Freien nicht überwintern kann, gibt es in Deutschland noch keine Naturherde.

Ein weiterer Unterschied zu Auwaldzecken und Holzböcken, die ein breites Wirtsspektrum aufweisen, ist das wirtsspezifische Verhalten: die braune Hundezecke befällt nur Hunde, ganz selten mal den Menschen. Rhipicephalus sanguineus hat einen längsovalen rot- bis dunkelbraunen Körper mit gelbbraunen Beinen. Die braune Hundezecke ist potentieller Vektor für Ehrlichien, Rickettsien, Anaplasma platys, Hepatozoon und Babesia vogeli, einer weniger gefährlichen Babesienart des Hundes.

AWB-2142148100