3.) Neotrombicula autumnalis

Entwicklungszyklus

Neotrombicula autumnalis

Die Bezeichnung „Herbstgrasmilbe“ wird auf Grund des Verhaltens der Larven verständlich. Im Spätsommer und Herbst klettern die Larven bis etwa Kniehöhe an Pflanzen (Gräsern) hoch und befallen massenhaft die unterschiedlichsten Tierarten, insbesondere Hunde und Katzen.

Auch der Mensch ist vor der 1/2mm großen Herbstgrasmilbe nicht sicher.
Die Herbstgrasmilbe entwickelt sich über Eier und Larven zu Nymphen und schließlich zu erwachsenen Milben. Die Nymphen und erwachsenen Milben leben im Erdboden und ernähren sich saprophytisch (von toten organischen Substanzen).

Eine parasitische Lebensweise führen nur die Larven: Sie ritzen die Haut ihrer Wirte an und saugen etwa eine Woche lang kleine Mengen an Blut. Nach der Blutmahlzeit erreichen die Larven das Dreifache ihrer ursprünglichen Größe. Haben sie dieses Volumen erreicht, lassen sie sich zu Boden fallen, um ihre Entwicklung im Erdreich zu vollenden.

Herbstgrasmilben am Katzenauge

Schadwirkung von Neotrombicula autumnalis

Befallen werden vorwiegend dünne Hautstellen, wie der Zwischenzehenbereich, die Schenkelinnenflächen, Bauch, Umgebung der Geschlechtsteile, die Ohrmuscheln und die Augenumgebung.

Die Milbenlarven verursachen starken Juckreiz, Rötungen der Haut, Pustel- und Quaddelbildung. Bei Massenbefall entstehen räudeähnliche Krankheitsbilder.

Diagnose mit bloßem Auge

Der Befall durch die Milbenlarven kann an den kleinen gelben bis rötlichen Punkten erkannt werden. Bei Massenbefall sind ziegelfarbene Flecken zu erkennen.

Gegenmaßnahmen

Zur Behandlung können die zur Räude-Therapie gebräuchlichen Präparate verwendet werden.

Cheyletiella - Arten

Es gibt verschiedene Arten von Cheyletiellen, die sich allerdings nicht wirtsspezifisch verhalten und daher eine Spezifizierung für das therapeutische Vorgehen unerheblich ist. Man findet Cheyletiellen bei Hunden, Katzen und Kleinsäugern, vor allem Kaninchen. Der Mensch ist für diese Milbenart „Fehlwirt“, das heißt, es kommt zu Hautinfektionen, die Milben können sich aber auf der menschlichen Haut nicht weiter entwickeln.

Entwicklungszyklus

Der Entwicklungszyklus vom Ei bis zur erwachsenen Milbe dauert etwa 3 Wochen.
Die gesamte Entwicklung findet auf der Wirtsoberfläche statt.

Ähnlich wie Sarcoptesmilben können auch Cheyletiellen bis zu 3 Wochen in der Umgebung lebensfähig und infektiös bleiben.

Die Ansteckung erfolgt in erster Linie durch Kontakt von Tier zu Tier oder aus der Umgebung. Man nimmt an, dass auch Flöhe, Fliegen und Läuse die Milben mechanisch übertragen können.

Schadwirkung von Cheyletiella - Arten

Betroffen sind meist Jungtiere. Juckreiz ist vielfach nur mild, kann aber auch bei starkem Befall hochgradig sein. Sehr typisch ist eine massive Schuppenbildung im Rücken- und Schulterbereich sowie an der Außenfläche der Ohrmuschel.

Diagnose

Einfache Untersuchungen führen schnell zum Ziel

Da die Milben recht oberflächlich leben und meist in großer Anzahl auftreten gelingt ihr Nachweis durch folgende Methoden sehr leicht:

  • Untersuchung eines oberflächlichen Hautgeschabsels unter dem Mikroskop
  • Untersuchung eines Klebebandabklatschpräparates unter dem Mikroskop
  • Untersuchung von ausgezupften Haaren (hier sieht man die Eier der Milben, die an die Haare geklebt werden)
  • bei starkem Befall ist ein Nachweis der Milben mit Hilfe einer Lupe auf der Hautoberfläche direkt möglich.

Gegenmaßnahmen

Obwohl für diese Indikation keine Arzneimittel zugelassen sind, ist die Bekämpfung ist relativ leicht, da die Milben sich an der Hautoberfläche und im Haarkleid aufhalten. Sprüh-, Wasch- oder Spot on Präparate zur Ektoparasitenbekämpfung haben sich für eine erfolgreiche Behandlung bewährt. Je nach eingesetztem Präparat muss die Behandlung eventuell wiederholt werden.

Auch hier gilt: alle Kontakttiere müssen in die Behandlung mit einbezogen werden!

AWB-2142148100