Krankheiten - Durch Flöhe hervorgerufene und übertragene Erkrankungen

Krankheiten - Durch Flöhe hervorgerufene und übertragene Erkrankungen

  • Die ewige Kratzerei

Flöhe stechen ihren Wirt im Allgemeinen mehrfach, bevor sie eine blutführende Kapillare gefunden haben. Jedes Mal wird Speichel mit allergisierenden Substanzen (ähnlich dem Mückenspeichel) in die Wunde abgegeben, der zu Rötung, Quaddelbildung und Juckreiz führt. Bei stärkerem Flohbefall führt dies zu erheblichem Juckreiz, Irritation und Unruhe der Tiere. Durch das Bekratzen kommt es zu Haarverlust, Hautschäden und struppigem Haarkleid.

  • Der tägliche Aderlass

50 Flöhe saugen pro Tag etwa 1ml Blut. Der Blutverlust kann bei starkem Flohbefall recht gravierend sein und zur Anämie (Blutarmut) führen. Bei Welpen sind sogar Todesfälle durch massiven Flohbefall bekannt!

  • Flohdermatitis und Flohspeichelallergie (FAD, Flea Allergic Dermatitis)

Der Floh sondert beim Stich mit dem Speichel Substanzen ab, die ihm den Zugang zu den Blutgefäßen ermöglichen. Diese Substanzen verursachen in der Haut des Wirtstieres je nach Immunstatus lokale Entzündungen oder auch allgemeine allergische Reaktionen. Das Ausmaß der Hautveränderungen ist daher nicht nur von der Anzahl der Flohstiche abhängig, sondern insbesondere von der individuellen Reaktion des Körpers. Überempfindliche, „allergische“ Tiere können daher schon auf einen geringen Flohbefall mit massivem Juckreiz und Hautveränderungen reagieren.

Die Hautveränderungen treten meistens an den Körperpartien auf, an denen die Flöhe am häufigsten zu finden sind: Flanken, hinterer Rückenbereich, Schwanz, Nacken. Sie können aber auch über den ganzen Körper verteilt vorkommen.

chron. Flohekzem, Rottweiler

Die vorwiegenden Hautveränderungen sind rötliche Pusteln, diffuse Hautrötungen, Abschuppungen der oberen Hautpartien, übermäßige Verhornung und Haarverluste. Diese Veränderungen gehen in der Regel mit einem starken, das Tier quälenden Juckreiz einher. Bei der Katze kann sich die Flohdermatitis auch in kleinen, knotigen mit Krusten versehenen Hauterhebungen äußern.
Die Grundlage für die Diagnose „Flohdermatitis“ ist natürlich der Nachweis eines vorliegenden Flohbefalls. Spezielle serologische Untersuchungen können Hinweise auf das Vorliegen einer Flohspeichelallergie geben.

  • Die von Flöhen übertragenen Erkrankungen

Flöhe können Bandwürmer übertragen. Hunde und Katzen infizieren sich durch das Abschlucken eines mit Bandwurmlarven (Finnen) infizierten Flohes. Bei einem Flohbefall sollte daher auch immer eine Bandwurmbehandlung durchgeführt werden.

Ein Flohstich genügt, um eine Vielzahl von Infektionen zu übertragen. Die bekannteste ist die Pest (Erregerbakterium Yersinia pestis). Laufende Studien weisen darauf hin, dass auch Katzenschnupfenerreger und Leukoseviren bei der Katze durch Flöhe übertragen werden können.

Auch ohne zu stechen richten die mobilen Plagegeister Schaden an: Sie können Milben und Hautpilzsporen verschleppen.

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