Einleitung

Einleitung

Klimawandel und Globalisierung erleichtern neuen Parasiten den Einzug nach Deutschland, wobei wir allerdings auch in Bezug auf unsere „alten“, einheimischen Parasiten weit davon entfernt sind, sie besiegt zu haben.

Ektoparasiten (von griechisch ektos „aussen“) schmarotzen alle auf der Körperoberfläche ihrer Wirte. Die Schäden und Erkrankungen, die sie dabei verursachen, reichen vom harmlosen Mückenstich bis zur Übertragung lebensbedrohlicher Infektionen (z. B. Leishmaniose oder Herzwurminfektion) oder auch stark juckender Hauterkrankungen (z.B. Flohspeichelallergie oder Räudeerkrankungen).
Viele Ektoparasiten sind potentielle Zoonoseerreger, das heißt, sie stellen auch ein erhebliches Infektionsrisiko für den Menschen dar. Milben können direkt vom Tier auf den Menschen übertragen werden und dort zu Hauterkrankungen führen, Bakterien (z. Beispiel Borrelien) und Viren (z. Beispiel FSME Viren) können über blutsaugende Ektoparasiten den Menschen infizieren.

In den letzten 50 Jahren hat sich einiges in der Parasitenwelt geändert: Die Jahresdurchschnittstemperatur ist um 1°C angestiegen. Bis zum Jahr 2050 wird ein weiterer Anstieg um 2 – 2,5°C erwartet. Dazu kommen zunehmende Niederschläge. Dies bietet Parasiten ideale Lebensbedingungen und hat nicht nur zu einer Zunahme der bereits heimischen Parasiten geführt, sondern ermöglicht auch die Entwicklung von Parasiten und Krankheitserregern, die wir bisher als „Reise- oder Tropenkrankheiten“ bezeichnet haben. Ein Beispiel dafür ist die Babesiose, von vielen Hundebesitzern auch als „Hundemalaria“ bezeichnet, die in den letzten Jahren immer wieder auch bei Hunden auftritt, die Deutschland gar nicht verlassen haben.

Verstärkt wird diese Entwicklung dadurch, dass zunehmend Hunde mit auf Urlaubsreise gehen, und eine weiterhin steigende Anzahl von Hunden aus südlichen Ländern nach Deutschland importiert wird. Als Reiseandenken werden so häufig Parasiten (z. Beispiel die braune Hundezecke) und / oder Krankheitserreger (z. B. Leishmanien) eingeschleppt.
Herzwurmerkrankungen und Leishmaniosen sind Beispiele solcher „Reisekrankheiten“, die immer häufiger auch in deutschen Tierarztpraxen diagnostiziert werden. Was den Herzwurm betrifft, muss die Reise gar nicht so weit sein: Bereits das Reiseland Norditalien gilt als Risikogebiet.
Sowohl Herzwürmer als auch Leishmanien werden durch blutsaugende Mücken übertragen, weshalb in diesem Kurs auch auf die Biologie von Mücken allgemein und insbesondere auf die der Phlebotomusmücke als Überträgerin der Leishmaniose eingegangen wird.

Die Erkrankungen, die durch Ektoparasiten übertragen werden, sind eingehend im Kurs "Reisekrankheiten" dargestellt.

Aufgrund der Anzahl ihrer Extremitäten kann man die bei Hund und Katze vorkommenden Ektoparasiten in zwei Klassen unterteilen:

Die Insekten (Insecta) – mit 6 Extremitäten

  • Flöhe
  • Läuse
  • Haarlinge
  • Stechmücken

Die Spinnentiere (Arachnida) – mit 8 Extremitäten

  • Zecken
  • Milben

 

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