Wurmarten und Infektionswege

Wurmarten und Infektionswege: Wurm ist nicht gleich Wurm

Endoparasiten sind nicht nur an ihre Wirtstiere gebunden, sondern auch an klimatische Bedingungen. Das erklärt das ursprünglich unterschiedliche Vorkommen in den einzelnen Ländern Europas und natürlich auch weltweit.

Die „Globalisierung“ hat auch vor den Parasiten nicht Halt gemacht. Reiseerleichterungen durch einheitliche Einreisebedingungen, vermehrte Mitnahme von Hunden auf die Urlaubsreise und der weiterhin zunehmende Import von Hunden aus Südeuropa, zwingt uns neuerdings, uns auch mit „ausländischen“ Würmern wie Herzwürmern auseinanderzusetzen.

Fazit: Der Befall von Hunden und Katzen mit Würmern hat auch im Laufe der Zeit keineswegs an Bedeutung verloren!

Bei Hund und Katze entstammen parasitische Würmer (Helminthen) den folgenden Kategorien:

  • Stamm Plathyelmintha (Plattwürmer)
           Klasse Trematoda (Saugwürmer)
           Klasse Cestodea (Bandwürmer)
  • Stamm Nematoda (Rundwürmer)

 

Infektionswege: Wie kommt der Wurm ins Tier?

Als Endwirt wird der Organismus bezeichnet, in dem ein Parasit seine Geschlechtsreife erlangt und Fortpflanzungsprodukte (z.B. Eier oder Larven) produziert.

1. Direkte orale Infektion

Durch Beschnuppern von Kot oder Wühlen in der Erde gelangen Wurmeier  oder Wurmlarven an die Nase und werden abgeleckt und abgeschluckt. 

Merke: Wurmeier brauchen abhängig von der Umgebungstemperatur mehrere Tage in der Außenwelt um zu „sporulieren“ und damit infektiös zu werden. Nicht der frisch abgesetzte, sondern der mehrere Tage alte Kot ist gefährlich! 

2. Orale Infektion durch Aufnahme infizierter Zwischenwirte oder paratenische Wirte

Als Zwischenwirt (ZW) bezeichnet man einen Organismus, der Jugendstadien eines Parasiten in sich aufnimmt und diese nach ihrer Vermehrung oder Weiterentwicklung an einen neuen Wirt (z.B. Hund oder Katze) überträgt.

Die Art der Zwischenwirte (Flöhe, Mäuse, Schnecken, Fische, u.a.) ist für die jeweilige Wurmart spezifisch.

Ein paratenischer Wirt (PW) ist dagegen ein Organismus, der einen Parasiten nur beherbergt, ohne dass sich dieser in ihm vermehrt oder wandelt.

Der Infektionsweg über Zwischenwirt spielt besonders bei Bandwürmern eine Rolle. Auch die Infektion mit Lungenwürmern (gehören zu den Rundwürmern) und mit Saugwürmern erfolgt durch den Verzehr von Zwischenwirten.

3. Perkutane Infektion

Hakenwurmlarven können aktiv durch die gesunde Haut von Hund und Katze eindringen.

4. Infektion durch Blutsauger

Während des Blutmahls können verschiedene Arten von Stechmücken infektiöse Filarienlarven (Dirofilaria immitis, Dirofilaria repens) übertragen.

5. Intrauterine Infektion

Toxocara canis Larven werden bereits intrauterin mit dem Blut über die Plazenta auf den Fetus übertragen. (Dieser Infektionsweg ist nur für Spulwurmlarven beim Hund nachgewiesen.)

6. Galaktogene Infektion

Infektiöse Larven wandern aus der Muskulatur in die Gesäugeleiste des Muttertieres. Die Jungtiere infizieren sich bei der Milchaufnahme. Hundewelpen können sich auf diese Weise mit Spul- und Hakenwurmlarven infizieren, Katzenwelpen nur mit Spulwurmlarven.

Ruhestadien von Wurmlarven in der Muskulatur werden bei einer Trächtigkeit nicht aufgebraucht. Bis zu drei aufeinander folgende Würfe eines Muttertieres können ohne Reinfektion (erneuter Befall mit Würmern) infiziert werden. Siehe hierzu später die Erklärung unter Hypobiose.

Übersicht der Würmer und ihrer Infektionswege:

BandwürmerOral mit ZW
SpulwürmerDirekt oral
 Oral mit PW
 Intrauterin (Hund)
 Galaktogen
HakenwürmerDirekt oral
 Oral mit PW
 Perkutan
 Galaktogen (Hund)
PeitschenwürmerDirekt oral
FilarienInfektion durch Blutsauger
LungenwürmerOral mit ZW
SaugwürmerOral mit ZW
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