Der Wurm muss raus

Die Konsequenz - Der Wurm muss raus

Tipps zur Prophylaxe und Therapie

Die regelmäßige Verabreichung von Anthelminthika ist nicht nur entscheidend für die Gesundheit eines Tieres sondern auch für die Gesundheit des Tierhalters und seiner Familie.

Wissenschaftler empfehlen die routinemäßige Anwendung eines Breitspektrumwurmmittels alle 3 Monate über die gesamte Lebenszeit bei Hunden und Katzen.

Die Infektionsgefahr des Einzeltieres wird dadurch natürlich nicht 100%ig ausgeschlossen. Das Behandlungsziel ist hier die Kontrolle der Gesamtausscheidung von Wurmeiern der Hunde- und Katzenpopulation und damit eine deutliche Reduktion der Umweltkontamination.
Diese Empfehlung gilt übrigens auch für Katzen, die nur in der Wohnung gehalten werden. Studien haben gezeigt, dass 20% aller Katzen mit nachgewiesenem Spulwurmbefall reine Stubentiger sind!

Darüber hinaus ist es wichtig, individuelle Faktoren wie Alter, Nutzung, Haltung oder spezielle familiäre Bedürfnisse zu berücksichtigen und dafür ganz spezielle strategische Bekämpfungs- und Prophylaxepläne zu erstellen. Im Hinterkopf sollten auch die möglichen Infektionswege der verschiedenen Wurmarten sein. Hier kann die Tierarztfachangestellte wertvolle Hilfe leisten!

Punkte, die dabei berücksichtigt werden sollten:

  • Hundewelpen sollten erstmals im Alter von 2 Wochen, Katzenwelpen im Alter von 3 Wochen entwurmt werden. Aufgrund der möglichen Reinfektion bei der Aufnahme der Muttermilch (galaktogene Infektion) weitere Entwurmungen alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach dem Absetzen vom Muttertier. Dafür eignen sich leicht dosierbare Pasten und Suspensionen gegen Rundwürmer. Eine Bandwurmbehandlung ist nur erforderlich bei Vorliegen eines Flohbefalls, da diese nicht galaktogen übertragen werden.
  • Säugende Hündinnen und Katzen sind durch das Fressen von Welpenkot und intensive Belecken ihrer Welpen stark infektionsgefährdet und sollten daher zusammen mit den Welpen entwurmt werden.
  • Um intrauterine und galaktogene Infektionen der Welpen mit Spulwurmlarven zu verhindern bzw. zu vermindern hat es sich als wirkungsvoll erwiesen, trächtige Hündinnen um den 50.Tag der Trächtigkeit mit einem Wurmmittel zu entwurmen, welches makrozyklische Laktone enthält Allerdings sind diese Präparate bisher nicht speziell für diese Indikation zugelassen.
  • In einer Familie mit Kleinkindern kann es angezeigt sein, häufiger als alle 3 Monate ein Wurmpräparat zu verabreichen. Eine monatliche Entwurmung verhindert weitgehend die Gefahr der Ausscheidung von Spulwurmeiern bei Hunden und Katzen.
  • Hunde und Katzen sollten nach einem Befall mit Flöhen oder Haarlingen mit einem Bandwurmmittel entwurmt werden.
  • Hunde und Katzen, die Beutetiere fangen und fressen oder Aas fressen, sollten alle 4 – 6 Wochen gegen Bandwürmer behandelt werden.
  • Hunde, die jagdlich geführt werden, sollten ebenfalls alle 4 – 6 Wochen ein Bandwurmmittel erhalten.
  • Hunde, die mit rohem Fleisch gefüttert werden (BARFEN), sollten alle 4 – 6 Wochen ein Bandwurmmittel erhalten, außer , es ist gewährleistet, dass das Fleisch zuvor für mindestens 1 Woche bei -17 bis -20°C gefroren war.
  • Importhunde oder Reise begleitende Hunde sollten nach der Einreise nach Deutschland mit einem Breitbandwurmmittel entwurmt werden, wenn angenommen werden muss, dass eine erhöhte Infektionsgefahr mit Zestoden (Echinococcus spp.) und / oder Nematoden (Hakenwürmer) bestanden hat.
  • Werden Hunde oder Katzen in Großbeständen gehalten (Tierheime, Zuchten, Mehrkatzenhaushalte, o.ä.) ist es sinnvoll, kontrolliert Wurmmittel mit unterschiedlichen Wirkstoffen anzuwenden, und den Erfolg von Entwurmungsmaßnahmen regelmäßig durch begleitende Kotuntersuchungen zu überprüfen. Bei diesen intensiven Haltungsformen ist die Entwicklung resistenter Wurmstämme nicht auszuschließen. Bei Einzeltierhaltungen ist die Entwicklung von Resistenzen unwahrscheinlich, und daher ist es nicht zwingend erforderlich, Wurmpräparate zu wechseln.
  • Werden Hunde in Länder verbracht, in denen das Risiko einer Infektion mit Herzwürmern besteht, ist es wichtig, sie

1. durch die Verabreichung Mücken – abwehrender Ektoparasitika (Wirkstoffe: Permethrin, Deltamethrin) bereits vor der Übertragung infektiöser Herzwurmlarven zu schützen.

2. durch die Verabreichung von Präparaten, die zur Herzwurmprophylaxe zugelassen sind (Wirkstoffe Moxidextin, Milbemycin, Selamectin), vor der Entwicklung adulter Herzwürmer zu schützen. Die Wirkstoffe dieser Präparate, makrozyklische Laktone, töten Herzwurmlarven nach der Übertragung durch einen Mückenstich ab. Die Behandlung mit solchen Produkten sollte erstmals beim Reisebeginn erfolgen, dann monatlich wiederholt werden und letztmalig 1 Monat nach der Rückkehr durchgeführt werden.

Zur Vorbeugung einer Infektion mit dem Hautfadenwurm, Dirofilaria repens, kann ein Moxidectin-haltiges Präparat eingesetzt werden.

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