Echinococcus multilocularis = Der kleine Fuchsbandwurm

Echinococcus multilocularis = Der kleine Fuchsbandwurm

Wie der Name schon sagt: der eigentliche Endwirt für diese Bandwurmart ist der Fuchs. Aber: Durch die Aufnahme infizierter Beutetiere können auch Hunde und Katzen befallen werden.
Die durchschnittlichen Befallsraten der Füchse liegen zwischen 35 und 65%. In Hochrisikogebieten (Landkreis Starnberg, Bayern) werden Befallsraten bis zu 80% angegeben.

Diese Bandwurmart ist von großer Bedeutung für die öffentliche Gesundheit, denn das versehentliche Verschlucken von Bandwurmeiern durch den Menschen kann zur „Alveolären Echinococcose“ führen, eine schwerwiegende Erkrankung, die eine intensive Therapie erfordert.

Während früher vornehmlich Menschen in ländlichen Gebieten erkrankten, hat die Infektionsrate der Stadtbewohner deutlich zugenommen. Verantwortlich dafür sind die stark angestiegene Zahl der Füchse und ihr verändertes Verhalten. Sie erobern die Stadtgebiete als neuen Lebensraum. Nicht selten sieht man sie nachts in Straßen und Vorgärten. Damit steigt natürlich auch die Infektionsgefahr für Hunde und Katzen.

Bis vor wenigen Jahren galt der Genuss kontaminierter Waldfrüchte als Hauptinfektionsquelle für den Menschen mit Fuchsbandwurmeiern. Heute wird die Gefahr, sich über den Kontakt mit Hunden zu infizieren, als wesentlich höher eingestuft.

Eine aktuelle Studie aus Deutschland zeigt bei 0,24% der Hunde eine Ausscheidung von Fuchsbandwurmeiern.

Die Rolle der Katze als Infektionsquelle für den Menschen ist noch nicht ganz geklärt. Katzen können sich mit dem Fuchsbandwurm infizieren und ebenfalls Bandwurmeier ausscheiden. Möglicherweise sind diese aber nicht infektiös.

Fuchsbandwürmer erreichen nur eine Gesamtlänge von etwa 3mm. Sie bestehen aus dem Kopf- und dem Halsteil und 3 Proglottiden.

Infizierte Füchse scheiden mit dem Kot täglich mehrere Tausend Fuchsbandwurmeier aus. Echinococcen – Eier sind sehr widerstandsfähig und können in feuchter Erde monatelang infektiös bleiben. Nur durch Erhitzen (mindestens 5 Minuten bei 60-80°C) können sie abgetötet werden. Tiefgefrieren oder übliche Desinfektionsmittel töten die Eier der Parasiten nicht ab.

Bei der Kotuntersuchung ist zu beachten, dass die Eier von Echinoccocus spp. mikroskopisch nicht von den – für den Menschen harmlosen – Taenia spp. Eiern der Haustiere unterschieden werden können.

Die Bandwurmeier sind so klein und leicht wie Staub, können also durch Wind, Regen und Insekten leicht verbreitet werden.

  1. Mäuse und andere Kleinsäuger, die mit Bandwurmeiern kontaminierte Nahrung zu sich nehmen, werden zu Zwischenwirten.
  2. In der Leber der Zwischenwirte entwickelt sich das zystenähnliche Finnenstadium.
  3. Füchse, aber auch Hunde und Katzen (Endwirte) infizieren sich, wenn sie mit Finnen infizierte Zwischenwirte fressen.
  4. Die Finnen entwickeln sich im Darm des Endwirtes (Fuchs, Hund, Katze) zum adulten Bandwurm, der Eier in großer Zahl produziert.
  5. Insbesondere der infizierte Hund gilt als Infektionsquelle für den Menschen. Fuchsbandwurmeier können im Fell der Tiere haften und sind sofort infektiös.
  6. Die Infektion kann zur so genannten „Alveolären Echinococcose“ beim Menschen führen. Diese Erkrankung gilt als Europas gefährlichste Wurmzoonose.
  7. Der Mensch kann sich durch den Verzehr ungewaschener Waldfrüchte mit Bandwurmeiern infizieren.
AWB-2142148100