Ohne Wasser kein Leben

Überlegungen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Säuger und Reptil – ohne Wasser kein Leben.

  • Wasser wird neben der Strahlung bei Reptilien viel zu sehr vernachlässigt.
  • Reptilien sind extrem landangepasst und können Wasser sparen, aber alle haben Wasserbedarf, das darf nie übersehen werden (Trinknapf, Baden, Sprühen, Nassfutter, Wetbox).
  • Scheiden Säuger Eiweißabbauprodukte mit Harnstoff aus, so ist es bei Reptilien Harnsäure (das Weisse in den Ausscheidungen). Harnsäure ist schwer wasserlöslich und kann bei Eiweißüberversorgung und Wassermangel in anderen Organen zur Ablagerung kommen. Das ist eine schmerzhafte Gicht! Beim Menschen ist dieser Stoffwechselweg nur für Zellkernbausteine vorgesehen, deswegen besteht beim Menschen durch hohen Fleisch- und Innereien Konsum (viele Zellkerne) die Gefahr von Gicht, nicht jedoch bei Fett, Pflanzen und Eierkonsum (wenig Zellkerne).
  • Wasserschildkröten scheiden giftiges Ammoniak aus, aber da gibt es ja genug Wasser zum verdünnen.

Überlegungen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Säuger und Reptil – Strahlung und Bestrahlung

  • Die Strahlung ist wichtigster Nährstoff bei Reptilien.

  • Strahlung liefert Temperatur (für grundsätzliche Beweglichkeit und Stoffwechsel), Licht zum sehen (auch im UVA Bereich) und UVB zur Synthese des Vitamins bzw. Hormons D3. Reptilien sind solarbetrieben.

  • Falsch wäre der Ansatz viel hilft viel, sondern die Strahlung muss angepasst umgesetzt werden.

  • Über den Tag und das Jahr ist die Strahlung auch in den Heimatländern unterschiedlich und dem muss sich das Reptil unterordnen bzw. sein Verhalten anpassen.

  • In der Nacht: nutzen von Restwärme, wenn es zu kalt wird: verstecken und ruhen

  • Am Morgen: am Felsen kleben, dunkel werden, sich sonnen und aufwärmen

  • Bei Regen und Sturm: verstecken und ruhen.

  • Bei Hitze und Trockenheit: Sommerruhe (Ästivation), in die Nacht ausweichen.

  • Bei Hitze: hecheln, vom Boden weggehen, sich aufhellen, in Schatten, Wasser, Versteck ausweichen. Bei Eis, Frost und Schnee: frostfrei verstecken und ruhen (Hibernation).

  • Dafür sind Reptilien je nach Art angepasst und können sich dann teilweise lange Zeit weder bewegen noch Nahrung aufnehmen. Das müssen wir in Terrarien nachahmen. Diese langen und kurzen Ruhephasen dürfen den Tieren nicht genommen werden! Auch wenn wir Warmblüter das nicht verstehen.

Die Strahlung – Reptilien beim Sonnenbad.

Dornschwanzagame, Uromastyx acanthinura.


Überlegungen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Säuger und Reptil – Abwehrsystem, Mikroben und Parasiten.

  • Das Reptilien Abwehrsystem schützt vor Mikroben und Parasiten und überwacht die Integrität des Individuums.

  • Wie bei Säugern unterscheiden wir Schutzstrukturen und Bewegung (Haut, Panzer, Schleimhaut), die schützende Keimflora (10 mal mehr Bakterien als eigene Zellen: diese schützen vor krankmachenden Bakterien), die angeborene Resistenz, das angeborene Fresszellensystem (paraspezifisches Immunsystem) und schließlich das spezifische Immunsystem ( Antigen-Antikörper Reaktion, erworbene Immunität).

  • Das spezifische Immunsystem der Reptilien ist im Vergleich zu den Säugern nicht so hoch entwickelt, was die Entwicklung von Impfungen schwierig macht.

  • In der Natur, wie in Terrarien können Viren, Bakterien und Parasiten die Reptilien schwächen und krank machen.

  • In Terrarien können sich krankmachende Mikroben und Parasiten anreichern (mangelnde Reinigung und Überbesatz) und bei immungeschwächten Tieren (missverstandene Haltung, Stress durch falschen Besatz) zu schweren Krankheiten führen.

  • Die wichtigsten Parasiten sind Rundwürmer (Oxyuren und Spulwürmer), Einzeller (Amöben, Hexamiten, Kokzidien und Kryptosporidien) und parasitäre Spinnentiere, wie Zecken und Milben.

  • Durch geeignete Mittel müssen diese Parasiten regelmäßig vom Tierarzt unter Kontrolle gehalten werden. Diese Mittel müssen sorgfältig vom Tierarzt ausgewählt werden, da Reptilien anders empfindlich sind als Säuger und es keine, speziell für Reptilien entwickelte, zugelassene Präparate gibt.
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