5. Schmerzmanagement bei Heimtieren

5. Schmerzmanagement bei Heimtieren

Einer adäquaten Schmerztherapie wird mittlerweile auch in der Veterinärmedizin immer mehr Beachtung geschenkt. Während bei Hunden und Katzen die postoperative Versorgung mit Analgetika zum Beispiel in vielen Praxen bereits Routine ist, wird die Schmerztherapie bei kleinen Heimtieren häufig noch stark vernachlässigt.

Gerade bei kleinen Heimtieren besteht zusätzlich die Schwierigkeit, Schmerzzustände anhand von Verhaltensveränderungen zu erkennen.
Andererseits gilt für kleine Heimtiere in der Regel wie für Hunde und Katzen: Bei Schmerzzuständen ist die Futteraufnahme vermindert.
In Anbetracht der besonderen Physiologie der Verdauungsvorgänge kann dies sehr schnell lebensbedrohliche Folgen in Form von Verdauungsstörungen und Unterzuckerung haben.

Außer Inappetenz können folgende Verhaltensveränderungen auf Schmerzzustände hinweisen:

  • Apathie
  • Aggressives Verhalten
  • Fehlende Fluchtversuche
  • Abmagerung
  • Fehlende Fellpflege
  • „Rote Tränen“ bei Ratten, Mäusen und Gerbilen
  • Zähneknirschen (v.a. bei Kaninchen)
  • Schreien (v.a. bei Kaninchen)
  • Aufgekrümmter Rücken
  • Benagen von schmerzenden Körperteilen
  • Vermehrtes Speicheln

Zur Schmerztherapie bei kleinen Heimtieren werden Nicht Steroidale Antiphlogistika (NSAID's) und Opioide eingesetzt. Auch hier gibt es keine Wirkstoffe, die speziell zur Anwendung bei kleinen Heimtieren zugelassen sind. (Anmerkung: auf den Einsatz von Analgetika im Rahmen von Allgemeinnarkosen wird in diesem Fernkolleg nicht eingegangen). Für Dosierungsempfehlungen sei auf die Homepage der ITIS (Initiative tiermedizinische Schmerztherapie) verwiesen: www.i-tis.de.

  • NSAID's (siehe auch Fernkolleg Schmerzmanagement) wirken entzündungshemmend, fiebersenkend und schmerzlindernd.
    Aus dieser Wirkstoffgruppe werden am häufigsten Carprofen, Meloxicam und Metamizol eingesetzt.
    Carprofen wird 1-2x täglich, Meloxicam 1x täglich und Metamizol alle 4 Stunden verabreicht.
  • Opioide gehören zu den potentesten Schmerzmitteln überhaupt.
    Buprenorphin wird häufig bei kleinen Heimtieren eingesetzt.. Seine Wirkdauer beträgt 8 – 12 Stunden.
    Bei Hamstern sollten aufgrund der starken Exzitationsneigung keine Opioide eingesetzt werden.
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