Bakterielle Erkrankungen (allgemein)

Bakterielle Erkrankungen (allgemein)

Bakterielle Erkrankungen bei Kleinsäugern können durch verschiedene Bakterienarten wie:
Escherichia coli, Clostridien, Salmonellen, Bordetellen, Pseudomonaden, Strepto- und Staphylokokken hervorgerufen werden.
Häufig sind Jungtiere betroffen, deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist, oder die plötzlich dem Stress der Umsiedlung aus dem Zoogeschäft in das neue Heim ausgesetzt sind.

Klinische Symptome:
Im Magen- Darm- Trakt führt eine bakterielle Infektion zu mehr oder weniger schweren Durchfällen. Hier muss außer der antibiotischen Therapie unbedingt auf ausreichenden Flüssigkeitsersatz geachtet werden.
Mit Hilfe von Kotuntersuchungen sollten parasitäre Ursachen ausgeschlossen werden.

Atemwegserkrankungen treten recht häufig auf und gehen meist mit eitrigem Nasen- und Augenausfluss einher. Durch das Putzverhalten der Tiere findet man in solchen Fällen Sekretverklebungen an den Innenflächen der Vordergliedmaßen.
Mittel- und Innenohrentzündungen mit Kopfschiefhaltung können als Komplikationen auftreten.
Die Körpertemperatur kann erhöht sein, im fortgeschrittenen Krankheitsstadium neigen Kleinsäuger aber besonders schnell zur Untertemperatur (unbedingt Wärmezufuhr in Form einer Rotlichtlampe oder Wärmekissen erforderlich!)
Schwere Krankheitsformen mit Lungenentzündung, Rippenfellentzündung und Herzbeutelentzündung haben oft einen tödlichen Ausgang.

Bei den Harn- und Geschlechtsorganen kommt es durch Bakterien zu Nieren- und Blasenentzündungen, Gebärmutter- und Hodenentzündungen, sowie auch zu Gesäugeentzündungen.
Die Tiere zeigen ein gestörtes Allgemeinbefinden und setzen bei Harnwegsinfektionen häufig kleine Mengen manchmal blutigen Urins ab.

Achtung!: Hier muss unbedingt kontrolliert werden (Harnteststreifen), dass es sich tatsächlich um Blut handelt, da bei Kaninchen auch eine durch bestimmte Futtermittel (z.B. viel Löwenzahn, Klee) hervorgerufene Rotfärbung des Urins vorkommt.

Da Blasenentzündungen bei Kaninchen, Meerschweinchen und Chinchillas häufig durch Gries oder Steine in der Harnblase hervorgerufen werden, ist es immer anzuraten, diese Tiere zu röntgen.

Eine Gebärmutterentzündung äußert sich durch blutigen (Achtung!: Verwechslung mit Harnblasenentzündungen möglich!) oder eitrigen Vaginalausfluss.
Außer der Gabe von Antibiotika sollte bei Tieren mit noch gutem Allgemeinbefinden bei Gebärmutter- und Hodenentzündungen sowie Blasensteinen eine chirurgische Behandlung in Betracht gezogen werden.

Bakterielle Hauterkrankungen liegen vielfach in Form von Abszessen vor und sind häufig Folge von Verletzungen, Bisswunden, mangelhaften Haltungsbedingungen (Ballenabszesse!) oder Zahnproblemen. Hier ist es besonders wichtig, die Grundursache zu eliminieren (z.B. durch eine Zahnsanierung) und Abszesse chirurgisch zu versorgen.

AWB-2142148100