Einleitung

Die Popularität von kleinen Heimtieren als Haustiere nimmt in Europa zu, daher werden insbesondere Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Hamster, Chinchillas, Gerbile, Degus, Mäuse, und Hörnchen immer häufiger in der Kleintiersprechstunde vorgestellt. In vielen Kleintierpraxen beträgt der Anteil kleiner Heimtiere am Patientenaufkommen 20% und mehr.

Da sie oft als Spielkameraden für Kinder gehalten werden, haben sie einen entsprechend hohen ideellen Wert. Die Tierhalter sind demzufolge auch bereit, kostenaufwändige diagnostische und therapeutische Maßnahmen in Kauf zu nehmen – und – sie erwarten sie auch.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung sind fundierte Kenntnisse möglicher Krankheitsursachen, Diagnostik und entsprechender Therapiemaßnahmen.

Da zur Behandlung von Kleinsäugern nur wenige, speziell zugelassene Arzneiformulierungen existieren, ist es notwendig, so genannte „Umwidmungen“ vorzunehmen, das heißt, Medikamente, die für andere Tierspezies auf dem Markt sind, zu verwenden.
Für diese Umwidmung von Arzneimitteln haftet generell der Tierarzt: Er übernimmt die alleinige Verantwortung für mögliche Schäden. Im Verlauf des Fernkollegs werden beispielhaft einige Wirkstoffe genannt, deren Anwendung sich bei Heimtieren in der Praxis bewährt hat. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll lediglich einen Überblick über mögliche Therapieoptionen verschaffen. Empfehlungen zur Anwendung bei der jeweiligen Tierart und Dosierungsempfehlungen sind der Spezialliteratur zu entnehmen. Bei der Umwidmung von Arzneimitteln sind die Bedingungen des §56a Arzneimittelgesetz zu beachten

Die hier aufgeführten Therapiehinweise beruhen auf Erfahrungsberichten und verschiedenen Veröffentlichungen.

Ein nicht unwesentlicher Faktor, sowohl für den Ausbruch von Krankheiten, als auch für die Heilungsaussichten speziell bei Kleinsäugern, spielen die Fütterungs- und Haltungsbedingungen. Daher ist diesen Aspekten das erste Kapitel des Kurses gewidmet.

Praxistipp: Ein spezieller Anamnesebogen für kleine Heimtiere mit Fragen zur Fütterung und Haltung kann von den Tierbesitzern bereits im Wartezimmer ausgefüllt werden.

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