... beim Arthrosepatienten

.. beim Arthrosepatienten

Erkrankungen des Bewegungsapparates liegen an 3. Stelle bei den Erkrankungen des Hundes. Jeder 4. Hund leidet an chronischen Schmerzen infolge einer Osteoarthritis. Ständige oder immer wiederkehrende Lahmheiten und eingeschränkte Beweglichkeit der betroffenen Gelenke sind typische Symptome.

Arthrosen werden häufig erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Arthrosen sind nicht heilbar. Eine kausale Therapie ist nicht bekannt. Der Prozess des Gelenkabbaus schreitet fort.
Ziele des Schmerzmanagements speziell beim Arthrosepatienten sind außer der Schmerzfreiheit die Erhaltung oder Verbesserung der Mobilität und die Verlangsamung des Fortschreitens der arthrotischen Veränderungen.

Teufelskreis Arthrose:
Tiere mit schmerzenden Gelenken schonen die betroffene Gliedmaße, was in der Folge unweigerlich zu einem Abbau der Muskulatur führt, der so genannten „Inaktivitätsatrophie“. Damit geht gleichzeitig aber auch die Stützfunktion für das Gelenk verloren: Das gesamte Gewicht lastet auf dem (arthrotischen) Gelenk. Das Gelenk wird dadurch selbst bei normaler Bewegung überbelastet. Dies forciert das Fortschreiten der Arthrose.

Kortikosteroide hemmen den Gelenkstoffwechsel (die Produktion der Glykosaminoglykane wird gehemmt), forcieren dadurch die Gelenkdegeneration und sind daher für eine Langzeitbehandlung ungeeignet.
Chronische Entzündungsschmerzen bei Arthrosepatienten erfordern Schmerzmittel, die auch bei Langzeitanwendung keine oder möglichst wenig Nebenwirkungen haben.

Anforderungen an Schmerzmittel bei chronischen Gelenkerkrankungen:

  • gute analgetische Eigenschaften
  • gute entzündungshemmende Eigenschaften
  • gute Verträglichkeit
  • wenig/keine Nebenwirkungen
  • vorwiegend periphere Wirkung
  • möglichst Anreicherung im entzündeten Gelenk (schwache Säuren reichern sich im sauren Milieu entzündeter Gelenke an)
  • Schutz des Gelenkknorpels
  • Verhinderung / Verlangsamung des Fortschreitens degenerativer Prozesse
  • Behandlung muss langfristig vom Besitzer selbst durchführbar sein

  • Analgetika bei Arthrosepatienten:
  • NSAID's: entsprechen weitestgehend den oben gestellten Anforderungen

Unterstützung der Analgetika durch Glukosaminoglykane (GAG´s, z:B. in Präparaten mit Grünlippmuschel): Annäherung an eine kausale Therapie.

  • Chondroitinsulfat
  • Glukosamin
  • Hyaluronsäure
  • Keratansulfat

Glukosaminoglykane unterstützen den Knorpelstoffwechsel, stimulieren den Aufbau von Knorpel und hemmen degenerative Prozesse. Grünlippmuscheln haben zusätzlich entzündungshemmende Eigenschaften.

  • Phytopharmaka:
    Inhaltsstoffe von Pflanzen wie Weidenrinde, Teufelskralle und Weihrauch wirken auf natürliche Weise schmerzlindernd und entzündungshemmend. Brenesselblätter zum Beispiel liefern die für den Gelenkaufbau wichtige Kieselsäure.
    Bei Arthrosepatienten, die einer dauerhaften Therapie bedürfen, kann der Einsatz von Phytopharmaka helfen, NSAID´s einzusparen und damit das Auftreten von Nebenwirkungen verhindern.

Weitere unterstützende Therapiemaßnahmen beim Arthrosepatienten:

  • Physiotherapie (Unterwasserlaufband, Massage)
  • Physikalische Therapie (Wärme, Kälte, Magnetfeldtherapie, Stosswellentherapie)
  • Akupunktur (Nadelakupunktur, Goldimplantation)

 

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