NSAID`s

NSAID's

= Nichtsteroidale Antiphlogistika = non-steroidal antiinflammatory drug

  • Mittelgradige analgetische Wirkung, Wirkung vorwiegend in der Körperperipherie

„Antiphlogistika“ bedeutet „entzündungshemmende Mittel“.

Die Entzündung ist grundsätzlich eine Reaktion des Körpers, die der Abwehr von Krankheitskeimen (erhöhte Temperatur und Abwehrzellen bekämpfen Krankheitserreger) dient und gleichzeitig Reparaturvorgänge einleitet.

Gleichzeitig steigern allerdings die dabei freigesetzten Entzündungsmediatoren die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren. Daher haben entzündungshemmende Mittel, also Antiphlogistika, auch eine schmerzhemmende, also analgetische Wirkung.

Wie der Name NSAID's sagt, handelt es sich um eine Arzneimittelgruppe, die „nicht–steroidal“ ist, das heißt, sie gehört pharmakologisch nicht zu den Kortikosteroiden.

  • In der Tiermedizin gebräuchliche NSAID's

Carprofen, Cimicoxib, Firocoxib, Flunixin, Ketoprofen, Meloxicam, Phenylbutazon, Robenacoxib, Suxibuzon, Tolfenaminsäure, Vedaprofen

Wirkungsweise

NSAID's wirken vorwiegend in der Körperperipherie. Sie greifen in biochemische Prozesse des Körpers ein und unterdrücken die Bildung von Schmerz- und Entzündungsmediatoren. Sie hemmen das Enzym Cyclooxigenase (COX) und verhindern dadurch die Bildung von Prostaglandinen.

Das Enzym Cyclooxigenase (COX) liegt in 2 Isoformen vor:

COX 1 ist in fast allen Zellen vorhanden. Es ist ein physiologisches Stoffwechselenzym, das den Blutfluss der Niere und die Bildung des Magenschleims stimuliert. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Es kontrolliert die Funktion der Blutplättchen (Thrombozyten).

COX 1 wird daher auch als “haushaltendes Enzym“ bezeichnet.

Die Hemmung des Enzyms COX 1 verursacht Magen-Darm-Geschwüre, Nierenfunktionsstörungen und Blutungen.

COX 2 wird verstärkt bei Entzündungsvorgängen ausgeschüttet. Allerdings wird es auch im gesunden Gewebe produziert und hat dementsprechend auch regulatorische Aufgaben.

Fazit: NSAID's, die vorzugsweise oder ausschließlich COX 2 hemmen, sind besser verträglich. Nebenwirkungen können jedoch auch bei diesen Präparaten auftreten.

Therapeutische Möglichkeiten

NSAID's wirken hauptsächlich bei Schmerzzuständen in der Körperperipherie.

NSAID's sind gut und effektiv bei Schmerzen, bei denen die Entzündung eine wichtige Rolle spielt:
Orthopädische Eingriffe, Hautverletzungen, Knochentumore, Schmerzbekämpfung nach einer Operation, zahnärztliche und augenärztliche Behandlungen, Gelenkentzündungen.

Nichtsteroidale Antiphlogistika sind in unterschiedlichen Formulierungen (Injektionslösung, Tabletten, Lösung zur oralen Verabreichung) auf dem Markt.

Bei akuten Schmerzzuständen empfiehlt sich die Verabreichung intravenös, um möglichst schnell wirksame Blutspiegel zu erreichen. Zu Hause kann die Therapie durch den Besitzer mit Tabletten fortgeführt werden.

Aufgrund drohender Nebenwirkungen ist von einigen Herstellern die Therapieempfehlung auf wenige Tage beschränkt.

Nebenwirkungen, Vorsichtsmaßnahmen

Bei vorgeschädigten oder bekanntermaßen Magen-Darm-empfindlichen Tieren sollten NSAID's nicht oder nur unter strenger tierärztlicher Kontrolle eingesetzt werden. Das Gleiche gilt für Tiere mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Lungenerkrankungen und Asthma können sich durch die Gabe von NSAID's verschlimmern.

Bei einer Langzeittherapie sollte die Verträglichkeit möglichst durch regelmäßige Blutuntersuchungen (Leberprofil, Nierenprofil, Blutbild) kontrolliert werden.

Insbesondere bei Kombination verschiedener NSAID's ist die Gefahr dieser Nebenwirkungen besonders hoch und sollte daher unbedingt vermieden werden.

Acetylsalicylsäure (ASS) ist nicht für Hunde und Katzen zugelassen. ASS hat eine gute analgetische Wirkung, aber ASS hemmt COX 1 und COX 2. Daher kann es insbesondere bei Langzeitanwendung zu starken gastrointestinalen Nebenwirkungen kommen, und die Blutgerinnung kann beeinträchtigt werden. ASS kann Blutungen verstärken. Bei Katzen wird ASS nur langsam vom Körper abgebaut (lange Halbwertszeit) und führt daher noch schneller zu den oben genannten Nebenwirkungen.

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