Toolbox

Die Toolbox der Verhaltenstherapeuten

Gezielter Umgang mit dem Tierbesitzer

  • Compliance für die Situation des Tierbesitzers und seine psychologischen Besonderheiten
  • Verständliche Erläuterungen von Diagnose und Therapie, immer zusätzlich mit schriftlichen Informationen
  • Erläuterungen zu Lebensgewohnheiten, Kommunikation, Lernverhalten von Katzen

Managementmaßnahmen

  • Toilettenmanagement (Größe, Anzahl, Einstreu, Aufstellungsort)
  • Optimale Kratzbäume oder Matten

Gezielte Desensibilisierung und Gegenkonditionierung

Schrittweise werden vor allem Ängste durch Gewöhnung abgebaut. Die Katze wird zunächst über einen längeren Zeitraum mit einem ganz schwachen Angst auslösenden Signal konfrontiert, bis sie sich daran gewöhnt hat und sich entspannt. Für angstfreies Verhalten wird das Tier belohnt. Erst dann wird die Reizstärke allmählich gesteigert.

Konditionierung/ Training

  • Klassische Konditionierung = Ein neutraler Reiz (z.B. Clicker) wird mit einem anderen Reiz (Leckerchen) innerhalb von max. 2 Sekunden häufig verknüpft.
  • Operante Konditionierung = Lernen durch Versuch und Irrtum. Die Katze bietet Verhaltensweisen an, die durch positive oder negative Verstärker beeinflusst werden.

Die Katze muss motiviert sein, zu lernen und das Gelernte anzuwenden.

Verhaltensweisen, die belohnt werden, werden häufiger und zuverlässiger gezeigt. Verhaltensweisen, bei denen für die Katze angenehme Dinge entzogen werden, werden allmählich abgebaut.

Medikamentelle Therapie

In manchen Situationen befindet sich eine Katze schon so unter Stress, dass eine Trainingssituation gar nicht erst aufzubauen ist. Hierbei bewähren sich z. B. Psychopharmaka, die an unterschiedlichen Arealen des Gehirns auf die unterschiedlichen Neurotransmitter einwirken. Ziel ist eine Entspannung und Gelassenheit der Katze, um einen Lernprozess anregen zu können. Pheromone, meist in Form von Zerstäubern, können im Wohnbereich zur Entspannung verhelfen. Auch homöopathische oder pflanzliche Zubereitungen und Bachblüten können sehr hilfreich sein.

Bei Störungen im Hormonhaushalt, wie z.B. der Schilddrüse, werden Hormonsubstitutionen oder Hormonsuppression eingesetzt. Alle medikamentellen Anwendungen sollten immer von einem verhaltenstherapeutischen Training begleitet werden.

Die Verhaltenstherapie ist ein Spezialgebiet der Tiermedizin und sollte auch entsprechend ausgebildeten Tierärzten vorbehalten bleiben. Besitzer fragen oft im Rahmen der normalen Kleintiersprechstunde um Rat bei Verhaltensproblemen. Da jedoch eine genaue Anamnese etc. notwendig ist, sollte man immer einen gesonderten Termin vereinbaren bzw. an einen entsprechenden Kollegen verweisen. Auch die tiermedizinischen Fachangestellten (TFA) werden häufig von Tierbesitzern auf Verhaltensprobleme angesprochen, ohne dass diese in der eigentlichen Konsultation noch einmal erwähnt werden. Auch können Auffälligkeiten durch die TFA bemerkt und die Tierbesitzer darauf angesprochen werden, um ihnen dann gezielte Hilfsmaßnahmen nennen zu können.

AWB-2142148100