Rassebesonderheiten

Rassebesonderheiten

Anders als bei Hunden finden sich bei Katzen nicht so viele und auffällige Rassebesonderheiten, denn die Katzen hatten eigentlich immer nur zwei Aufgaben: das Fernhalten von Mäusen, sowie den Einsatz als Heim- / Kuscheltier. Es gibt zwar einige Unterschiede im Aussehen und im Charakter, aber keine Unterscheidung bezüglich der Nutzung. Optisch kann man die Gruppe der Langhaarkatzen und die der Kurzhaarkatzen unterscheiden. Bei einer Verhaltensstudie von Hauskatzen, Persern und Siamkatzen wurden Tiere über einen mehrtägigen Zeitraum beobachtet und ihr Verhalten dokumentiert.

Anbei stellte sich heraus, dass sowohl Perser, als auch Siamesen daraufhin gezüchtet wurden, menschenfreundliche, aktive und kommunikative Tiere zu werden, während Hauskatzen immer ihre Unabhängigkeit verstärkt zeigten und auch nicht so leicht formbar waren. Bei Siamesen ist die meist recht hohe Lebenserwartung und die starke Vokalisation häufig ein Anschaffungsgrund. Generell sind Züchter aller Rassen darauf bedacht, menschenfreundliche Tiere zu bekommen, während man bei Hauskatzen immer Überraschungen erwarten kann, die unter anderem dadurch bedingt sind, dass die Katzen sich ihre(n) Partner selbst auswählen. Der genetische Einfluss der Kater wurde in mehreren Studien nachgewiesen. Menschenunfreundliche Kater geben diesen Charakterzug an ihren Nachkommen teilweise weiter, so dass eine deutlich sorgfältigere Sozialisation der Kitten erfolgen muss.

Man kann häufig massive Verhaltensprobleme bei Katzen beobachten, die wild geboren wurden, von der Straße weggefangen und nach der Kastration als reine Wohnungskatzen vermittelt werden! Auch die Vergesellschaftung erwachsener, fremder Katzen kann zu massiven Problemen führen

Leider nimmt auch die Katzenzucht immer extremere Formen an, was das „Schönheitsideal“ der Tiere angeht. So gibt es inzwischen Rassen bzw. Richtungen einzelner Rassen, die nach §11b des deutschen Tierschutzgesetzes als bedenklich angesehen werden müssen: zum Beispiel die Munchkin – Katze (Verkürzung der Gliedmaßen), Manx (Schwanzlosigkeit), sämtliche Bobtails (Schwanzverkürzung), Scottish Fold (gefaltete Ohren), Sphynx (Haarlosigkeit), die Extremform der Perser (Brachycephalie), weiße Katzen (teilweise Taubheit).

In neuester Zeit werden zur Erzeugung neuer Rassen auch Kleinkatzenarten aus den Gattungen der Bengalkatzen und der Karakal- Gruppe mit domestizierten Katzen verpaart. Hieraus entstehen sogenannte Hybridrassen, wie z.B. Bengale (Bengal- oder Asiatische Leopardkatze x Hauskatze), Chausie (Rohrkatze x Hauskatze), Kanaani(Falbkatze x Hauskatze, Orientalisch Kurzhaar-, Abessiner- und Bengal- Katzen), Safari (Kleinfleckkatze x Hauskatze), Savannah (Serval x Hauskatze) Serengeti (Bengalkatze x Orientalisch Kurzhaar), Toyger (Bengalkatze x Hauskatze). Dass diese Tiere andere/ höhere Ansprüche an ihre Haltung haben, sollte jedem verantwortungsbewussten Halter klar sein.

AWB-2142148100