Bedürfnisse

Fütterungsmanagement

Ad- libitum- Fütterung

Der ständige freie Zugang zum Futter entspricht den artspezifischen Bedürfnissen der Katze nach vielen kleinen Mahlzeiten. Fressen kann jedoch zu einer substituiven Aktivität werden und dadurch zu Übergewicht führen. Die ad- libitum- Fütterung an verschiedenen Stellen verbessert bei einigen Katzen deutlich die Lebensqualität und kann umgerichtetes Jagdverhalten reduzieren. In Mehrkatzenhaushalten kann durch diese Art der Fütterung potentieller / existierender Stress aufgrund der Ressource Futter vermindert/ aufgelöst werden. In manchen Fällen kann Hunger nächtliches Harnmarkieren auslösen.

Restriktive Fütterung

Die Vorteile dieser Art der Fütterung liegen in der sozialen Interaktion zwischen Katze und Besitzer. Der Tagesablauf wird strukturiert und mit Höhepunkten versehen. Im Sinne einer klassischen Konditionierung kann die Fütterung benutzt werden, um neue Situationen (neuer Mensch, neue Katze…) positiv zu assoziieren. Wenn Futter als positive Verstärkung beim Training benutzt wird, erhöht Hunger die Motivation zur Mitarbeit. In Mehrkatzenhaushalten kann diese Art der Fütterung verhindern, dass der Zugang zum Futter von einer anderen Katze kontrolliert wird.

Futter kann generell sehr vielseitig zur Beschäftigung als auch zur kognitiven Therapie eingesetzt werden. Katzen sollten generell proteinreiches Futter bekommen, da sie reine Karnivoren (Fleischfresser) sind. Proteinarmes Futter kann unter Umständen zu umgerichtetem Jagderhalten führen. Der/die Futterplätze sollten räumlich getrennt von den Katzenklos sein.

Trinkverhalten

Die Vorfahren der Katze stammen aus den trockenen Halbwüsten. Sie kann daher mit wenig Flüssigkeit auskommen, deckt ihren Bedarf zum großen Teil aus ihrem Futter und kann den Harn sehr stark konzentrieren.

Wasser sollte immer getrennt vom Futter angeboten werden.

Katzen trinken bevorzugt stehendes, aber „lebendiges“ Wasser, z.B. aus Teichen, Gießkannen, Zimmerbrunnen etc. Manche trinken gerne direkt aus dem Wasserhahn.

Schlaf- und Ruheverhalten

Die Wahl des Schlafplatzes und der Schlafhaltung hängt von den Temperaturverhältnissen und individuellen Vorlieben ab. Katzen können in Brust- Bauchlage, Seitenlage, eingerollt oder auch in Rückenlage schlafen. Soziale Katzen schlafen gerne in engem Körperkontakt. Trockene, warme und weiche Orte werden von Katzen bevorzugt. Viele Katzen haben eine Vorliebe für höhlenartige Verstecke oder Behältnisse, die nur knapp ihrer Körpergröße entsprechen, z.B. Körbe, Kartons etc. Die Schlafplätze wechseln häufig mit der Tages- und Jahreszeit. Auch das individuelle Bedürfnis nach Sicherheit spielt bei der Wahl eine Rolle. Unsichere Katzen schlafen eher in höheren, geschützteren Verstecken, da nur dort für sie entspannter Tiefschlaf möglich ist. In Mehrkatzenhaushalten sollte besonders dafür Sorge getragen werden, dass für jedes Tier mehrere geeignete, sichere Rückzugsplätze vorhanden sind.

Putzverhalten

Katzen sind normalerweise zwischen 10 – 30% ihrer Wachzeit mit der Körperpflege beschäftigt. Putzen tritt regelmäßig auf, da es zentral gesteuert wird und nicht ausschließlich auf Hautreize erfolgt. Katzen benötigen das Putzen, um sich wohlzufühlen, deshalb sollte immer sorgfältig erwogen werden, ob eine Halskrause nach einer Op notwendig ist. Oft wird das Putzverhalten nach dem Tragen intensiviert.

Die Reihenfolge beim Putzen verläuft dabei stets von vorne nach hinten. Kleine Fellknoten, Krusten oder Fremdkörper werden mit den Schneidezähnen (Incisivi) herausgeknabbert.

Das Verhalten findet regelmäßig nach dem Fressen, vor und nach einer Ruhe- oder Schlafphase statt. Manche Katzen beginnen sich in Konfliktsituationen oder bei Frustration zu putzen. Gegenseitiges Putzen (Allogrooming) hilft dabei, eine freundschaftliche Bindung zwischen Katzen zu festigen, Spannungen abzubauen und einen gemeinsamen Geruch zu schaffen. Es kann jedoch auch sein, dass in spannungsgeladenen Situationen der Aggressor anfängt, den anderen zu lecken. Hier kann das Putzen als ritualisierte Aggression angesehen werden. Wichtig ist dabei immer die Körperhaltung, Mimik und der Spannungszustand der Katzen. Putzen führt bei Katzen zur Ausschüttung von Endorphinen, deswegen hat es einen angstlösenden und entspannenden Effekt.

AWB-2142148100