Rassebesonderheiten

Rassebesonderheiten

Größenextreme

Bereits in prähistorischen Zeiten bildeten Menschen und Hunde lose Interessengemeinschaften, die unterschiedlichen Zwecken dienten. Durch die zunächst großen räumlichen Distanzen entstanden vermutlich verschiedene Domestikationszentren, in denen Hunde mit spezifischen Eigenschaften gezüchtet wurden. Dies war der Beginn der Rassenentstehung vor ungefähr 5000 Jahren. Aber noch heute ist oft eine genaue Abgrenzung der einzelnen Rassen trotz vieler gemeinsamer genetischer Merkmale nicht immer einfach. Aus diesem Grund ist die ursprüngliche Gruppeneinteilung von Hunden in ihre Verwendungszwecke, wie vom amerikanischen Zuchtverband praktiziert, oftmals eindeutiger und aussagekräftiger als eine Rasseneinteilung. Die Einteilung nach dem Verwendungszweck ist oft auch für unerfahrene Hundeneulinge ein besseres Hilfsmittel zur Auswahl eines geeigneten Hundes als die Wahl einer bestimmten Rasse, da jede Gruppe bestimmte auffällige Eigenschaften hat, die durch gezielte Zucht genetisch manifestiert wurden und die man bei der Anschaffung eines Hundes berücksichtigen sollte. Oft sind bei diesen Zuchtbemühungen sowohl sogenannte Showlinien, bei denen vor allem auf das äußere Erscheinungsbild des Hundes geachtet wird, als auch Arbeitslinien, bei denen die besonderen Begabungen der Rasse gefördert werden, entstanden. Trotz dieser Einteilungen und Rassebeschreibungen sollte man sich von einem gewissen Schubladendenken verabschieden, da letztendlich jeder Hund individuell ist und sich im Rahmen seiner Sozialisation und Lernerfahrungen auch individuell entwickelt.

Folgende Aufteilung der FCI ist zurzeit in Deutschland gültig:

Bauern-, Hirten-, Treib- und Schäferhunde

Diese Gruppe besteht einerseits aus großen imposanten Rassen, wie dem Bernhardiner, dem Hovawart, dem Kangal etc. und andererseits aus kleineren, wendigeren Hunden wie dem Kelpie oder dem Australian Cattledog. Dazu kommen die mittelgroßen Schäferhundrassen, wie Border Collie, Dt. Schäferhund, Airedaleterrier etc. All diese Hunde arbeiten sehr eigenständig und haben ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Die kleineren Rassevertreter zeigen einen hohen Bewegungsdrang, eine niedrige Reizschwelle und Impulskontrolle und bellen oft sehr viel. Die Charaktereigenschaften dieser zusammengefassten Rassen ist aber dennoch recht unterschiedlich, wenn man beispielsweise an den recht unabhängigen Kangal und den eher unsicheren Malinois denkt.

Doggenartige

Diese massigen Molossertypen sind eher ruhig und langsam mit wenig Eigeninitiative. Sie reagieren sehr sensibel, weshalb sie eher für Hundekenner sind Einige Rassen findet man leider auf den Rasselisten der einzelnen Bundesländer wieder..

Pinscherartige

Die Aufgabe dieser Hunde war die Freihaltung der Ställe von Ratten und Mäusen und die Bewachung der Pferde, daher zeigen sie ein starkes Bellverhalten, sehr intensives Jagdverhalten und ein ausgeprägtes Territorialverhalten.

Spitze

Diese Hunde haben ein gemeinsames Erscheinungsbild in Form von kurzen Stehohren, Ringelrute und spitzer Schnauze. Sie waren die Begleiter der Fuhrleute und sind sehr lautstark wachsam.

Nordische Hunde

Die nordischen Hunderassen haben unterschiedliche Aufgaben. Sie arbeiten als Schlittenhunde (z.B. Huskies), als Jagdhunde ( Elchhunde) oder Hütehunde (Lappspitz) in den nordischen Gebieten. Sie jagen selbständig und stumm und zeigen kaum Wachsamkeit. Alle Hunde dieser Gruppe haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang und auch ein starkes Jagdverhalten

Begleithunde

Die Begleithunde sind alle Zwergrassen, die eine Funktion als Damenschoßhunde oder Familienbegleiter hatten. (z. B. Malteser, Shi-Tzu, Pekinese) Diese Hunde binden sich sehr eng an Beziehungspersonen. Auch sie sind recht bellfreudig und manchmal Ressourcen- oder Territorialorientiert.

Jagdhunde

Die große Gruppe der Jagdhunde wird nochmals unterteilt in Spezialistengruppen, wie Stöberhunde, Vorstehhunde, Windhunde, Retriever etc. Jede dieser Gruppen hat durch ihre Spezialfähigkeit entsprechende ausgeprägte Bedürfnisse, die im Zusammenleben berücksichtigt werden müssen.

Mit all diesen Fähigkeiten und Bedürfnissen sollten sich künftige Hundebesitzer vertraut machen, ehe sie sich einen Hund zulegen. Zu beachten ist auch, dass alle Hunde trotz ihrer rassetypischen äußerlichen und charakterlichen Erscheinung ein recht einheitliches arttypisches Verhalten zeigen!

AWB-2142148100