Medizinische Ursachen

Medizinische Ursachen für Verhaltensprobleme/-störungen

Zahlreiche zentralnervöse Störungen, angeboren oder durch Infektionen wie Staupe, Tollwut, Toxoplasmose etc., Traumata im Schädelbereich, Entzündungen oder Tumore erworben, können Verhaltensstörungen hervorrufen. Die sogenannte ideopathische Aggression tritt gehäuft bei einigen Rassen, wie Cocker, Dobermann, DSH, Berner Sennenhund, Bernhardiner, Bullterrier und neuerdings auch beim Miniatur Bullterrier auf. Die betroffenen Tiere attackieren plötzlich ohne Vorwarnung und erkennbaren Auslöser. Während dieser Phase machen die Tiere einen abwesenden Eindruck und sind auch sehr schwer aus diesem Modus herauszuholen. Therapieversuche finden in diesen Fällen keinen Ansatz und bleiben daher erfolglos. Bei den aus diesem Grund euthanasierten Tieren ist pathologisch keine Auffälligkeit gefunden worden, daher besteht zurzeit die Theorie, dass genetische Veränderungen in bestimmten Zuchtlinien für diese Verhaltensweisen verantwortlich sind, was aber noch nicht nachgewiesen sind.

Als weitere Erkrankungen, die Verhaltensstörungen hervorrufen können, kommen alle schmerzhaften Prozesse im Organismus, vor allem im Bewegungsapparat, in Frage. Außerdem spielen Hormonstörungen ebenfalls eine große Rolle beim Auftreten von plötzlichen, unerklärlichen Verhaltensstörungen. Hier muss auch die Notwendigkeit von Kastrationen sehr kritisch diskutiert werden, da es dadurch zu hormonellen Imbalancen kommen kann, die vermutlich zu verstärktem Stress-, Unsicherheits- und Angstverhalten führen können.

AWB-2142148100