Aufbau Beratung

Aufbau einer tierverhaltenstherapeutischen Beratung

Der im Folgenden geschilderte Beratungsablauf ist nur ein grober Anhaltspunkt, der auf jeden Klienten individuell zugeschnitten wird. Die Beratung kann in den Praxisräumen stattfinden, im häuslichen Bereich des Klienten oder in problembehafteten Außenbereichen. Der Ablauf einer verhaltenstherapeutischen Beratung gliedert sich in folgende Abschnitte:

  • Vorgespräch mit Tierbesitzer
    • Problemschilderung durch den Tierhalter
    • Beantwortung eines verhaltenstherapeutischen Fragebogens zur Herkunft und zum bisherigen Training des Tieres, Haltungsbedingungen, häusliche Situation beim Klienten, Problembeschreibung mit verschiedenen Situationsbeispielen, bereits unternommene Versuche zur Problemlösung, Erwartung an die Verhaltenstherapie.
    • Anamnese des allgemeinen Gesundheitszustandes des Tieres. Bei Verdachtsmomenten weiterführende Untersuchungen
  • Beobachtung des Tieres
    • Besuch beim Tierhalter, am Problemort oder in der Praxis
    • Die Beobachtung des Tieres und seines Besitzers vor Ort erfolgen immer ohne eigene Intervention und direkte Interpretation. Der Tierverhaltensmediziner ist zunächst in der Rolle des Beobachters. Lediglich bei tierschutzrelevanten Situationen, wie Gewalt oder Gefahr für andere, wird eingegriffen. Auch die Schilderungen der Klienten zu ihrem bisherigen Umgang mit ihrer Problematik werden nur wertfrei protokolliert. Keine Vorwürfe, Maßregelungen oder spontane Erziehungstipps!!
  • Diagnose / Differentialdiagnose
    • Auswertung der Angaben aus dem verhaltenstherapeutischen Fragebogen
    • Aufstellung der Verhaltensprobleme in ihrer Wichtigkeit für den Klienten
    • Evtl. Aufstellung medizinischer Probleme
    • Auswertung klinischer Untersuchungen und Laborbefunde zur Abgrenzung klinischer Differentialdiagnosen.
  • Therapie/ Trainingssplan
    • Zielsetzung der Problembearbeitung im Gespräch mit dem Tierhalter
    • Aufstellung erster Managementmaßnahmen zur direkten Unterstützung
    • Trainingsplan zur Bearbeitung des Hauptproblems in kleinschrittigen Anleitungen und praktischen Übungen
    • Evtl. medikamenteller Einsatz
  • Follow-up
    • Nachfrage per Telefon oder e-mail durch den Therapeuten nach ca. 3-4 Wochen
    • Bereits verabredete Besprechungs-/ Trainingstermine in regelmäßigen Zeitintervallen
    • Anpassung des bisherigen Trainingsplans oder Erweiterung
    • Kontrolle der verwendeten Psychopharmaka
  • Therapieabschluss durch Beendigung der Medikation und Verselbstständigung des Trainings durch die Klienten
AWB-2142148100